Ganz im Zeichen der Kinder der Gemeinde Höchst und ihrem Gruß in die Ewigkeit „Wir haben eine Verabredung mit euch.“, stand der am letzten Sonntag stattgefundene Entschlafenengottesdienst. Sie waren es, die einen Höhepunkt im Kirchenjahr unsrer Kirche mit gestalteten und eine Brücke in die jenseitige Welt bauen durften.
Textwort zum Gottesdienst: Psalm 88, Vers 13
„Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt oder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?“
Dreimal im Jahr spenden der Stammapostel und die Bezirksapostel die Taufe, die Versieglung und auch das Heilige Abendmahl an die Toten. Und zwar an alle Verstorbenen, die einst auf dieser Welt lebten und bereits in die jenseitige Welt gezogen sind. Keiner kann wissen, wer zu den Erlösten gehört und wer nicht. Deshalb wird für alle gebetet und gedacht, damit sie Gnade erfahren.
Der Stammapostel verwies als Vorbereitung (am Sonntag zuvor) nochmal darauf hin, dass dies nichts Mystisches sei, sondern unser Verständnis des Evangeliums, und er verwies auf das Gleichnis vom reichen Mann, der in der jenseitigen Welt Hilfe vom armen Lazarus erflehte. Dafür wird in allen neuapostolischen Gemeinden nach der Feier des Heiligen Abendmahls ein besonderes Gebet für die Entschlafenen gesprochen, denen dieser Gottesdienst gewidmet ist. Es enthält Dank für Christi Gnade und die Bitte um göttliche Hilfe für alle unerlösten Seelen in der Ewigkeit.
Auf dieses besondere Gebet hin, bereiteten die Kinder unserer Gemeinde durch den oben genannten Gruß am Altar, den sie auf einem selbst gemalten Plakat mit ihren Unterschriften versehen hatten, und durch einen Liedvortrag alle Gottesdienstbesucher vor. Darüber hinaus bauten sie aus dem Wort „Liebe“ den schönen Sinnspruch
„Lasst Immer Eine Brücke Entstehen“
und zeigten den Gottesdienstbesucher mit einer gebastelten Brücke so, welchen Sinn „Liebe“ nicht nur im Zusammenhang mit dem Gedächtnisgottesdienstag für die Entschlafenen sondern auch für unser alltägliches Leben haben kann.
Bevor die Kinder den schönen musikalischen Übergang zum Gebet gestalteten, zeigte Evangelist Astheimer in Anlehnung an das o. g. Psalm Wort zu diesem Entschlafenengottesdienst auf, wie schrecklich es doch sein kann, wenn der eine oder die andere vergessen wird; wie schlimm es doch ist und wie weh es doch tut, wenn schon hier auf Erden von den eigenen Kindern im Altersheim abgeschoben zu werden und dann einfach vergessen zu werden.
Wie viele gibt es doch hier und in der jenseitigen Welt, für die niemand mehr da zu sein scheint, wo niemand mehr da ist, die sich an einen erinnern und im „Land des Vergessens“ ihr Dasein fristen. „Werden denn die Wunder Gottes auch dort vollbracht?“ fragte einst der Psalmist. Wir wissen und glauben fest daran, dass die Wunder Gottes auch in diesen Bereichen wirken.
Wie einst das Wunder an dem Hauptmann Naaman, der mit Prunk, Ross und Wagen vor Elisa’s Hütte stand, um vom Aussatz geheilt zu werden: Und der Prophet sandte nur einen Boten, der den Feldherrn aufforderte, sich sieben Mal im Jordan unterzutauchen. Er musste es glauben, tat es jedoch zunächst nicht. Aber sein Umfeld glaubte für ihn und sein Diener trat an den erfolgreichen großen Armeeführer heran und bat ihn, dem Wort des Propheten zu folgen. Er tat es dann und wurde gesund. Was für ein Wunder Gottes auch an einem Mann, der zunächst nicht glauben konnte. Gott ist für alle da, hier und im Jenseits.
Auch die beiden mitdienenden Amtsbrüder dankten den Kindern für die schöne Vorbereitung und Mitgestaltung dieses tiefgründigen Gottesdienstes. Diakon Fritz verwies noch einmal auf den Menschen, der auch aus Geist und Seele besteht, die eben nicht sterben. Warum sollte Gott denn davor halt machen, nur weil der Körper nach dem Heimgang nicht mehr existiert? „Lasst uns stille werden!“, rief Stammapostel Leber im Vorbereitungsgottedienst den Gläubigen zu, „damit wir die Stimmen und das Rufen aus der jenseitigen Welt auch hören.“ Und der Diakon stimmte die Zuhörer darauf ein, nun stille in der Seele zu werden. Während Priester Schulz ganz konkret aufzeigte, mit wem wir denn nun eine Verabredung haben. Dafür schilderte er seine Eindrücke, die er auf dem Friedhof sammeln konnte und blieb bei den Grabsteinen stehen, die keinen Namen zugeordnet sind, Verstorbene, die in Gruppen zugeordnet sind. Die Vergessenen, an die sich keiner mehr namentlich erinnert. Sie sind es, für die wir an diesem Sonntag eintreten.
Es folgte die Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl. Evangelist Astheimer rief nochmals dazu auf, eine Brücke zu seinem Nächsten entstehen zu lassen und jeweils auf den anderen zuzugehen. Zuvor frug er die Kinder, wofür Brücken denn überhaupt gebaut werden. Und die Kinder antworteten ihm: Um über ein Hindernis zu kommen. Dafür sind Brücken gebaut! Dann führten die Kinder die Gläubigen nach dem heiligen Abendmahl mit dem Lied „Gott ist die Liebe“ über „die Brücke“, um im tiefgründigen Gebt für die zu beten, die uns in die Ewigkeit vorangezogen sind.
Es war ein besonderer Sonntagsmorgengottesdienst, der allen Gläubigen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
| Zusammenfassung |
| Datum, Uhrzeit |
04.07.2010 , 09:30 |
| Dienstleiter |
Ev. Astheimer |
| Ort |
F-Höchst |
| Eingeladene Gemeinden |
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| Textwort |
Psalm 88, Vers 13 ("Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt oder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens?") |
| Gemeindelied |
119 ("") |
| Handlungen |
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| Anwesende |
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