Der Altar war am Erntedanksonntag in Neu-Isenburg aufwendig geschmückt. Die Lebensmittel hatten die Glaubensgeschwister schon in den Tagen zuvor gebracht, denn sie sollten nach dem Gottesdienst an die Neu-Isenburger Tafel überreicht werden.
„Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut?“ Diese Frage aus Psalm 116,12 lag dem Gottesdienst, den Gemeindevorsteher Roland Astheimer leitete, zugrunde. Er meinte, ein Erntedanksonntag sei dazu da, dass man innehält und sich bewusst macht, was vom lieben Gott kommt.
Abgeben aus Dankbarkeit
Der Vorsteher erinnerte die Gemeinde, dass Gott die Erde voll gemacht habe mit Gaben und sie den Menschen zur Verfügung stellte. Nur sind sie unterschiedlich verteilt. Er rief dazu auf, Solidarität denjenigen gegenüber zu zeigen, die weniger haben. Das sei schon im Alten Testament im Armenrecht festgelegt gewesen, demnach die Armen und Witwen das Recht hatten, die liegengebliebenen Ähren aufzulesen. Außerdem erinnerte der Gemeindevorsteher an die Verantwortung, die Schöpfung auch für die nächsten Generationen zu bewahren. Zum Schluss seines Dienens betonte er, dass man seine Dankbarkeit Gott gegenüber zeige, indem man andere teilhaben lässt an dem, was man von Gottes Wohltaten bekommt.
Ähnlich lieben
Auch der Priester erinnerte in seinem Predigtbeitrag an die Verantwortung zum Erhalt der Schöpfung. Gott habe den Menschen die Schöpfung aus Liebe gegeben. Das könne keiner gutmachen, aber am ehesten, indem man ähnlich liebt.
Gehörtes in die Tat umsetzen
Aus der Dankbarkeit heraus entstand in der Gemeinde der Wunsch, die Gaben, die Gott gegeben hat, zu teilen. Schon Wochen vor dem Gottesdienst sammelten die Glaubensgeschwister deshalb Lebensmittel und Geld, um beides zu spenden. Als begünstigte Organisation wählten die Neu-Isenburger die Speisekammer aus, wo Bedürftige Lebensmittel für wenig Geld kaufen können. Der Gemeindevorsteher und ein Priester schleppten fünf Kisten voller Lebensmittel in der Woche nach Erntedank in die Speisekammer. Freudig nahmen die Mitarbeiterinnen auch einen Scheck in Höhe von 800 Euro aus der Kirchengemeinde entgegen.
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