Unter diesem Motto fand zum Jubiläumsprogramm 125 Jahre Gemeinde Frankfurt-West am 12. April ein Besuch ehemaliger Gottesdienststätten statt.
Bei sommerlichen Temperaturen traf sich dazu eine gutgelaunte Gruppe von Gemeindemitgliedern in der Innenstadt. Startpunkt war der Hainer Hof, direkt am Frankfurter Dom gelegen.
Beim Hainer Hof handelt es sich um einen ehemaligen Klosterhof, in dem sich seinerzeit auch eine Kapelle, die Bernhardkapelle, befand. Die Kapelle existiert heute zwar nicht mehr, anhand alter Archivbilder konnte sich die Gruppe aber ein Bild von den damaligen Verhältnissen machen. Die Kapelle wurde nämlich von verschiedenen kleineren Religionsgruppen zur Ausübung von Gottesdiensten genutzt, so auch ab 1891 von den ersten apostolischen Frankfurtern. Somit war diese Stätte ein Vorläufer der heutigen Gemeinde Frankfurt West.
Von dort aus machte sich die Gruppe mit U- und Straßenbahn auf den Weg nach Bockenheim. Zunächst zur Hamburger Allee 47 und von dort bei einem gemächlichen Spaziergang zur Leipziger Straße. Historisch gesehen bestanden die Gottesdienststätten aber in umgekehrter Reihenfolge und werden im Folgenden auch so beschrieben.
Die Geburtsstunde der Gemeinde Frankfurt-West war nämlich am 1. August 1900, und zwar in einem Gebäude im Hinterhof der damaligen Frankfurter Str. 35, heute die Leipziger Str. 35. Vorsteher zu jener Zeit war Priester Philipp Klein.
Das an den idyllisch gelegenen Hinterhof grenzende Gebäude existiert auch heute noch, so dass man sich ein gutes Bild von dem Weg zum Gottesdienstbesuch der Ur-Westler machen konnte.
Da diese Gottesdienststätte für die wachsende Gemeinde Frankfurt-West aber bald zu klein wurde, zog sie um in die Moltkeallee 47, die heutige Hamburgerallee 47.
Hier ließ der Apostel und spätere Stammapostel Bischoff 1908 die erste eigene Kirche in Frankfurt bauen. Ebenfalls in einem Hinterhof gelegen. Die oben spitz zulaufenden Fenster lassen auch heute noch auf den damaligen Kirchenbau schließen. Die Westler Spaziergänger nutzten die Gelegenheit für ein Gruppenfoto vor dem historischen Gebäude, das am 26.Juli 1908 durch den damaligen Stammapostel in Begleitung vieler deutscher Apostel, Bischöfen und Ältesten mit einem Gottesdienst eingeweiht wurde.
Aber auch diese Stätte reichte den ca. 1300 Mitgliedern der Gemeinde bald nicht mehr aus, Apostel Bischoff ließ deshalb zwei neue Kirchengebäude errichten. Zum einen in der Hufnagelstraße und zum anderen in der Sophienstraße.
Letztere ist bis heute die Heimstätte der Gemeinde Frankfurt-West und die Spaziergänger beendeten dort ihren Lauf in die Vergangenheit. Die Kirche in der Sophienstraße wurde 1925 eingeweiht, im zweiten Weltkrieg zerstört, 1950 wiederaufgebaut, 1985 grundlegend renoviert und feiert mit der Gemeinde 2025 ihr 125-jähriges Jubiläum.
Zurück in der Gegenwart konnten sich die Ausflügler bei Kaffee und Kuchen im Kirchengebäude wieder stärken und die Vergangenheit im geselligen Gespräch noch einmal Revue passieren lassen.
Gruppenbild der interessierten Spaziergänger
18. April 2025
Text:
Stefan Bouxsein
Fotos:
Renate Saur
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