Am Sonntag, den 01.06.2025, konnten zwei Kinder in Frankfurt-Höchst das Sakrament der Heiligen Wassertaufe empfangen. Der Gemeindevorsteher Priester Michael Bischoff leitete den Gottesdienst, der unter dem Wort aus Apostelgeschichte 1,13a und 14 stand: „Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses. Diese alle hielten einmütig fest am Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“
Der Vorsteher begrüßte die Täuflinge Kiano und Oskar und äußerte seine Freude, dass sie ihre Eltern, Freunde und Verwandte zu diesem Festtag mitgebracht hatten.
Das Eingangslied des Chores „Gott, deine Güte reicht so weit“ (aus: Lieder zum Glauben, Bd.1) wurde vom Dienstleiter zu Beginn der Predigt in den Mittelpunkt gestellt. In der zweiten Strophe des Liedes heißt es: „Ich bitte nicht um Überfluss und Schätze dieser Erden.“ Dieser Wunsch sei auch für die beiden Täuflinge eine gute Grundlage, nur das haben zu wollen, was man wirklich braucht, denn es sei schön, wenn man alles habe, was man braucht. Im weiteren Verlauf des Liedes steht die Bitte: „Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen.“ Das drücke den Wunsch aus, besondere Fähigkeiten zu besitzen. Diese wollen wir nicht nur für uns, sondern auch für andere zum Segen einsetzen.
Einheit im Glauben, trotz verschiedener Charaktere
Die Wortgrundlage stammte aus dem Geschehen rund um die Himmelfahrt Jesu. Wenn wir 45 Tage zurückblicken, erinnern wir uns an Karfreitag – einen Tag des Abschieds. Auch die Himmelfahrt war ein Abschied, doch beide wurden von den Jüngern unterschiedlich aufgenommen.
An Karfreitag waren die Jünger und Nachfolger sehr traurig. Sie fühlten sich perspektivlos und hatten Angst. Manche verließen den Kreis der Jünger und wollten zurück nach Hause gehen. Sie hatten das, was Jesus ihnen gesagt hatte, vielleicht nicht richtig verstanden oder hatten eine andere Erwartung, sodass sie seine Aussagen anders interpretierten.
Nach Ostern bis zur Himmelfahrt wurden die Jünger von Jesus vorbereitet, was kommen werde. Dadurch konnten sie mit Vorfreude und Zuversicht auf die Zukunft blicken. Sie wussten, dass Jesus sie nicht alleinlassen werde. Er würde ihnen einen Tröster senden. Das führte zu einer ganz anderen Situation und ermöglichte es ihnen, sich zu versammeln und gemeinsam im Gebet zu warten, bis sie von der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt wurden.
Die Jünger waren einmütig zusammen, trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere und Berufe. Es vereinte sie das, was sie im Missionsbefehl von Jesus als Auftrag erhielten: „Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“ (Matthäus 28, 19-20). Sie waren versammelt und beteten gemeinsam. Genau wie damals die Jünger, haben auch wir im Leben unterschiedliche Erfahrungen mit unserem Glauben gemacht. Aber auch wir können uns im Gebet gemeinsam mit Gott verbinden.
In diesem Zusammenhang stellte Priester Bischoff der Gemeinde die Frage: „Beten wir denn, wenn wir beten?“ Vielleicht kennen das manche: Man betet vor dem Essen, ist aber nicht ganz bei der Sache und fragt sich hinterher, ob man schon gebetet hat. Das passiere, das sei menschlich. Doch die Frage war eher inhaltlich gemeint. Reden wir mit Gott? Sagen wir ihm, was uns bedrückt? Wir können mit ihm einfach reden, das müsse nicht rhetorisch ausgearbeitet sein. Gott verstehe uns immer.
Was passiert bei der Taufe?
Der mitdienende Priester verdeutlichte den Kindern in der Predigtzugabe, was bei der Heiligen Wassertaufe passiere. Seine erste Frage an die Kinder war: „Wer weiß, was heute ist?“ Die Antwort „Taufe“ kam sehr schnell. Weitere Fragen folgten. „Was passiert bei der Taufe?“ Der Priester erläuterte, dass Gott bei der Taufe zu den Täuflingen komme und ihnen sagt, dass er sie in die Familie der Christen aufnimmt und sie willkommen heißt. „Was wird bei der Taufe gemacht?“ Der Priester zeigte, dass bei der Taufe drei Kreuze aus Wasser auf die Stirn gezeichnet werden. „Warum drei?“ Weil sie die Dreieinigkeit symbolisieren: Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
Zur Erbsünde erklärte der Priester, dass sie nicht davon komme, dass Mama und Papa etwas falsch gemacht haben, sondern daher, dass Adam und Eva im Paradies in Ungnade gefallen seien. Dies verdeutlichte er mit zwei Tüchern, die die Täuflinge darstellten. Die beiden Tücher hatten roten Flecken. Auf einem Tisch stellte der Priester drei Schüsseln mit Wasser, als Symbol für Gott-Vater, Jesus und den Heiligen Geist. Die Kinder durften die beiden Tücher nacheinander in jede der drei Schüsseln tauchen, um sie zu reinigen. Am Ende waren die Tücher sauber – das symbolisiere, dass durch die Taufe die Erbsünde abgewaschen werde. Der Priester hängte die beiden Tücher nun zu vier anderen, schwarz befleckten Tüchern.
Der Priester zeigte daraufhin, was passiere, wenn man sündigt: Er nahm dazu Farbe und beschmutzte die gereinigten Tücher genauso wie die anderen Tücher und erklärte, dass wir in jedem Gottesdienst Sündenvergebung und Heiliges Abendmahl, welches in dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ausgesondert wird, erleben. Er nahm eine größere Schüssel, als Symbol für die Sündenvergebung. Jetzt konnten darin alle Tücher wieder gereinigt werden.
„ABC der Liebe“
Nachdem die Gemeinde gemeinsam die Sündenvergebung erleben durfte, empfingen die beiden Täuflinge das Sakrament der Heiligen Wassertaufe. In der Ansprache wies Priester Bischoff darauf hin, dass die Eltern für jeden Täufling einen Taufspruch ausgewählt hatten. Für Oskar sei es der 1. Korinther 16,14: „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“ und für Kiano Psalm 139,5: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“
Die beiden Worte stammen aus unterschiedlichen Teilen der Heiligen Schrift, einmal aus dem Neuen Testament und einmal aus dem Alten Testament. Dennoch passen sie sehr gut zusammen. Die Liebe sei der „Antrieb“, warum die Eltern ihre Kinder vor den Altar bringen würden. Es gäbe kein größeres Geschenk aus Liebe, als die Kinder schon mit Gott bekannt zu machen, der selbst die Liebe sei. Ohne Frage sei die Liebe der Eltern sowie Nahrung und Kleidung sehr wichtig. Für die Seele sei es jedoch bedeutend, dass sie die Nähe Gottes spüren könne.
Bei der Taufe wird die Erbsünde abgewaschen und ein Bund zwischen Gott und dem Täufling geschlossen. Im Leben gehe man einen Bund nicht mit jedem ein; man lasse nicht jeden so nah an sich heran, dass er einen von allen Seiten umgibt und seine Hand über einen halten dürfe. Die Eltern, die diese Entscheidung stellvertretend treffen, hätten selbst die Liebe Gottes erlebt und möchten, dass auch ihre Kinder diese liebende „Begleitung“ Gottes spüren können.
Der Vorsteher übernahm die Rolle, für die Kinder zu sprechen und bat die Eltern, in Anlehnung an das Bibelwort aus Lukas 11,1 „Lehr mich beten.“ Er erklärte, dass es in einer liebevollen Beziehung seltsam wäre, wenn man nicht miteinander sprechen würde. Das Gebet erfordere keine besonderen Formulierungen oder eine bestimmte Sprache. Der Priester verglich das Gebet mit dem „Chatten“ innerhalb der Familie, wo man oft nicht auf Formulierungen oder Rechtschreibung achte. Genauso dürfen wir mit Gott sprechen und ihm alles anvertrauen, ohne uns um die richtige Ausdrucksweise sorgen zu müssen.
Der Vorsteher fasste die drei Gedanken als Merkhilfe in dem „ABC der Liebe“ zusammen: A stehe für die Liebe als Antrieb, B stehe für die liebende Begleitung Gottes und C stehe für den Chat (das Gebet) mit Gott. Im Anschluss an die Heilige Wassertaufe feierte die Gemeinde das Heilige Abendmahl. Am Ende des Gottesdienstes wurde allen Anwesenden der Segen des dreieinigen Gottes gespendet.
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