Am Sonntag, den 20 Juli 2025, erlebte die Gemeinde Frankfurt-Höchst einen besonderen Gottesdienst, der von der Taufe des 18-jährigen Samuel geprägt war. Zahlreiche Gemeindemitglieder, Freunde und Familienmitglieder versammelten sich, um diesen bedeutenden Moment zu feiern.
Samuel P. besucht seit über einem Jahr regelmäßig die Gottesdienste der Neuapostolischen Kirche und hat in den letzten Monaten intensiv über seinen Glauben nachgedacht. Er berichtete im Vorfeld, dass die Entscheidung zur Taufe für ihn ein wichtiger Schritt im Leben sei.
Priester Michael Bischoff leitete den Gottesdienst, der unter dem Bibelwort aus Apostelgeschichte 9,31 stand: „So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes.“
Kontext des Bibelworts
Priester Bischoff schilderte zunächst die damalige Situation aus der Sicht der ersten Nachfolger Jesu und beschrieb, wie sie zusammenkamen, um ihren Glauben zu feiern und sich gegenseitig zu stärken. Die Atmosphäre war geprägt von einer tiefen Hoffnung, doch gleichzeitig auch von einer spürbaren Angst. Die Christen lebten in ständiger Sorge vor den religiösen Führern und den römischen Behörden, die Christen nicht nur als Bedrohung für die Ordnung ansahen, sondern aktiv verfolgten. Unter diesen Verfolgern war ein Mann, der ihnen besonders Angst einjagte: Saulus von Tarsus.
Saulus war ein gebildeter Mann, ein Pharisäer, der die Gesetze und Traditionen des Judentums in- und auswendig kannte. Er war leidenschaftlich in seinem Glauben und glaubte fest daran, dass er im Recht war, als er die Jünger Jesu verfolgte. Saulus war auch bei der Steinigung des Stephanus dabei. Doch dann geschah etwas Unglaubliches: Auf dem Weg nach Damaskus wurde er von einem Licht umhüllt und er hörte die Stimme Jesus', die sagte: „Saulus, warum verfolgst du mich?“. Diese Begegnung veränderte alles für ihn. Er wurde blind und musste von seinen Begleitern nach Damaskus geführt werden.
Ananias von Damaskus erhielt von Gott den Auftrag, zu Saulus zu gehen, um ihm die Hände aufzulegen, damit er wieder sehen konnte. Gleich darauf ließ Saulus sich taufen und wurde ein bekennender Jünger Jesus.
Frieden aus Gott heraus
Kann man sagen, dass der Wandel von Saulus den Frieden in die Gemeinde der ersten Christen brachte? In gewisser Hinsicht ja, da sie nun einen ihrer größten Verfolger als Mitstreiter an ihrer Seite hatten. Dies führte dazu, dass die Christen nicht mehr in ständiger Angst leben mussten. Der Friede aus Gott heraus ist jedoch weit mehr. Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Frieden und Freude (vgl. Römer 14,17).
Frieden stellt einen Aspekt des Reiches Gottes dar und unterstreicht, dass mit Frieden nicht nur die Abwesenheit von Streit und Konflikten gemeint ist, sondern dass der göttliche Friede geistliches Wachstum und Entwicklung fördert und die Gemeinschaft stärkt. Die erste christliche Gemeinde erlebte eine Zeit des inneren und äußeren Friedens, die ihr Wachstum und Neuordnung ermöglichte. Damit konnten sie eine immer tiefere Beziehung zu Gott aufbauen.
Persönliche Beziehung zu Gott
Bei der Taufe eines Kindes übernehmen die Eltern die Aufgabe: ihr Kind im christlichen Glauben zu erziehen und ihm die Grundlagen des Glaubens näherzubringen. Ihr Vorbild im Glauben soll dem Kind Orientierung bieten und es darin unterstützen, eine persönliche Beziehung zu Gott zu entwickeln. Priester Bischoff machte deutlich, dass beim Täufling Samuel bereits eine Verbindung zu Gott bestehe. Bei der Heiligen Wassertaufe gelobe er nun sein Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Während die Juden des Alten Bundes häufig vom Gott ihrer Väter und Großväter sprachen, könne Samuel heute sagen: Es ist mein Glaube und mein Gott. Damit wird die individuelle Entscheidung wie auch die persönliche Glaubensbeziehung ganz besonders betont.
Priester Bernd Doberanzke hob in seinem Mitdienen hervor, dass es nicht immer einfach sei, den Frieden zu halten, im Blick auf die globale Situation. Frieden sei nicht einfach selbstverständlich vorhanden. Der Priester forderte die Gläubigen auf, sich Frieden etwas kosten zu lassen. Er erklärte, dass man den Frieden manchmal auch aktiv erarbeiten müsse und empfahl, sich auch mal zurückzunehmen.
Ansprache zur Taufe
Priester Bischoff gab dem Täufling die Bibelworte aus Philipper 4, 4-7 mit und passte es in die Du-Form an. Mit dieser Umformulierung wollte er die Botschaft noch persönlicher und direkter gestalten: „Freue dich in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freue dich! Deine Güte lass kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorge dich um nichts, sondern in allen Dingen lass deine Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird dein Herze und Sinn bewahren in Christus Jesus.“
Nach der Spendung des Sakraments der Heiligen Wassertaufe feierte die gesamte Gemeinde das Heilige Abendmahl. Mit Gebet und Schlusssegen endete der Gottesdienst. Im Anschluss lud Samuel zu einem kleinen Umtrunk ein, bei dem Gelegenheit zum Austausch und zur Gemeinschaft bestand.
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