Am 25. Mai 2024 trafen sich die Kinder des Bezirks Frankfurt vormittags, begleitet von ihren Lehrkräften und einigen Eltern, vor dem Eingang des Hessenparks in Neu-Anspach. Bei angenehm mildem Wetter wurde die Wartezeit vor dem Eingang des Hessenparks mit Spielen und Toben überbrückt – die Vorfreude auf die Erkundung des Hessenparks war bereits groß.
Bevor es auf die „Ene Mene, Meck – Leben und Spielen auf dem Land“ – Entdeckungsreise ging, wurden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt und jeweils von einer Museumsführerin herzlich in Empfang genommen. Anhand einer Karte wurde den Kindern zunächst erläutert, wie der Hessenpark aufgebaut ist und welche historischen Gebäude aus den unterschiedlichen hessischen Regionen sich im Park befinden.
Bei diesem interaktiven Auftakt lernten die Kinder, dass der Hessenpark auch ein anerkannter Arche-Park ist. In diesem Arche-Park werden verschiedene Tierarten der „Roten Liste“ (bedrohte Nutztiere) gehalten. Mit großer Beteiligung durften die Kinder erraten, was für Tiere dies wohl sind. Auf der Liste sind passend zum Museum Tiere, die in der historischen Landwirtschaft gezüchtet wurden. So bietet der Hessenpark neben Fachwerkhäusern auch viele Nutztiere, die alten Haustierrassen angehören und von denen es nur noch wenige Tausende gibt. Die Züchtung dieser Tierrassen im Hessenpark trägt dazu bei, diese zu bewahren. Ein großes Sattelschwein beispielsweise, welches wegen seiner dicken Speckschicht vor Kälte und Nässe im Freien gehalten werden kann, konnten die Kinder beim Ruhen beobachten. Auch die Rhönschafe, mit den schwarzen Köpfen als Erkennungsmerkmal, ließen sich von den Kindern bestaunen und streicheln.
Mehrere historische Gebäude schauten sich die Kinder an. Sie erfuhren, aus welchem Material die Fachwerkhäuser bestehen: unter anderem aus Holz, Lehm, Stroh und Naturstein. Sogar Anfassen ist an manchen Häusern erlaubt.
Eines der Fachwerkhäuser, war ein sogenanntes Rauchhaus mit einer Feuerstelle an einer Wand. Das Feuer im geschlossenen Raum diente zum Kochen und gleichzeitig zum Heizen des Hauses. Einen Schornstein hatten die Rauchhäuser zu dieser Zeit nicht. Der Rauch wurde zum Räuchern von Lebensmitteln genutzt, um diese haltbar zu machen. Der Abzug, der auf den Dachboden geleitet wurde, konnte eingelagerte Essensvorräte konservieren und Ungeziefer fernhalten. Wie viele Personen in so einem Haus wohl lebten, wollte die Museumsführerin von den Kindern wissen und es wurde zusammengezählt. Trotz der ständigen Rauchbelastung übernachteten 15 Personen oder mehr in einem Rauchhaus. Ein Haushalt bestand damals aus drei Generationen, in der Regel mit acht bis zehn Kindern, Eltern, Großeltern, unverheiratete Tanten und Onkel sowie das Personal. Kinderzimmer gab es in solchen Häusern nicht, denn Spielen war für die Kinder damals im Haus nicht möglich. Vielmehr mussten die Kinder in der Landwirtschaft mithelfen. Geschlafen wurde unter anderem auf Stroh und im Stall.
Anschließend durften die Kinder etwas Schulalltag in einer historischen Schule erleben. Die Kinder nahmen auf alten Schulbänken mit eingebauten Tintenfässern Platz und stellten schnell fest, dass sich der Unterricht damals etwas anders gestaltete. Die Klassen eins bis vier wurden gemeinsam in einem Klassenraum unterrichtet. Das Lesen der Sütterlin-Schrift auf der Tafel war nicht nur für die Kinder herausfordernd.
Aus der Schule ging es in die kleine Fachwerkkirche mit Sitzbänken aus dunklem Holz und Bildnissen am Altar. Das stand zwar nicht auf dem Plan der Führung, aber an der Kirche ging es für unsere Kinder nicht vorbei. Faszinierend war für die Kinder, wie klein diese Kirche im Vergleich zu unseren heutigen Kirchen war. Auch die Empore und die Malereien darauf haben viel Interesse geweckt.
Im Anschluss versammelten sich die beiden Gruppen wieder, um auf der Spielwiese alte Kinderspiele wie Stelzenlauf, Murmelspiel, Seilspringen, Hula Hoop aus Holzreifen und Mehrpersonenskilauf auf der großen Spielwiese auszuprobieren.
Nach der Verabschiedung von den Museumsführerinnen ging es gemeinsam von der Spielwiese auf das Spielplatzgelände des Hessenparks. Neben Rutsche, Holztieren, Wasserspielanlage, einer historischen Dampfwalze und einer Kegelbahn wurden die Picknickdecken aufgeschlagen und der leckere Proviant ausgepackt. Es gab Waffeln, Obst, Gemüse, Brezeln und belegte Brötchen, die liebevoll von Glaubensgeschwistern zubereitet wurden. Anschließend wurde bei Sonnenschein auf dem Spielplatz gespielt.
Danach ging es zur letzten Attraktion des Tages: Das Schwelen des Kohlenmeiers wollten wir uns nicht entgehen lassen. Der Köhler erklärte sein Handwerk und beantwortete viele Fragen. Die Holzkohle wurde in einem Meiler hergestellt. Der Köhler füllte dort Holz ein und zündete es an. Er sorgte dafür, dass das Feuer nicht ausging und regelte die Luftzufuhr, damit das Holz verkohlen konnte.
Nach diesem Highlight ging es zurück zum Marktplatz, wo die Kinder gegen 14.30 Uhr am Brunnen von ihren Eltern in Empfang genommen wurden. Beim Abschied gab es noch für jedes Kind ein süßes Mitgebsel mit der Aufschrift: „Schön, dass du heute dabei warst!“
Ein gelungener Ausflug.
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