Die neuapostolische Kirchengemeinde Bad Homburg feierte am 1. Juni einen besonderen Gemeindesonntag mit einer kindgerechten Predigtbotschaft, einem bewegenden Abschied und einem fröhlichen Ausklang bei Gegrilltem und guter Stimmung.
Erwartungsvoll vor Pfingsten
Ausgangspunkt für die Predigt war ein Bibelwort aus Apostelgeschichte 1,13a-14:
„Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten. […] Diese alle hielten einmütig fest am Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“
Der Gottesdienst nahm Bezug auf die vorpfingstliche Zeit – eine Phase des Gebets, der Gemeinschaft und der erwartungsvollen Hinwendung zu Gott. Das Bibelwort erinnerte an die Tage nach der Himmelfahrt Jesu, als sich die Jünger mit Maria und anderen Gläubigen versammelten, um gemeinsam zu beten in der Erwartung, dass sich die Verheißung Christi erfüllt: die Sendung des Heiligen Geistes. Dieses biblische Bild prägte den geistlichen Rahmen der Wortverkündigung.
Gemeinsam glauben, gemeinsam beten
In seiner Predigt zeigte der Gemeindevorsteher auf, welche Bedeutung der Gottesdienst für Christinnen und Christen habe. Im Gottesdienst kämen Bekenntnis, Anbetung und gelebte Gemeinschaft zum Ausdruck. Er bilde das Herzstück des Glaubens und sei weit mehr als eine religiöse Routine. Wer sich bewusst darauf einlasse, könne geistlich Kraft schöpfen, sich und seiner Seele etwas Gutes tun und Wertvolles für das eigene Leben mitnehmen. Voraussetzung dafür seien eine offene Haltung, eine gewisse innere Vorbereitung und der Wille, sich von Gott ansprechen und berühren zu lassen.
Der Gottesdienst sei auch ein Ort des gemeinsamen Gebets. Hier wenden sich die Gläubigen bewusst an Gott – mit Lob, Dank und Bitte sowie in der Erwartung, dass er persönlich erfahrbar sei. Das gemeinsame Beten verbindet, schafft Ruhe und setzt den Fokus auf das Wesentliche: Es bietet die Gelegenheit, den Glauben und das Vertrauen auf Gott zu stärken, neue Kraft und Orientierung zu finden und die Beziehung zu ihm als Himmlischem Vater zu vertiefen.
„Einmütig“ – und doch ganz unterschiedlich
Ein besonderes Element war eine kurze Predigtansprache für die anwesenden Kinder. Ein Priester der Gemeinde erklärte den Begriff „einmütig“ anhand eines anschaulichen Beispiels: Ein Bündel aus Holzstäbchen, fest zusammengebunden, ließ sich nicht zerbrechen. Zwei der anwesenden Kinder hatten sich mit aller Kraft daran versucht. Einzelne Stäbchen hingegen konnten mühelos geknickt werden. Das Bild mache deutlich, wie stark eine Gemeinschaft sein kann, wenn sie zusammenhält.
Der Gemeindevorsteher griff das Bild auf und betonte: In einer Gemeinde oder Kirche gehe es nicht darum, dass alle gleich seien, immer einer Meinung sein müssen oder man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner als Kompromiss einige. Entscheidend sei das, was verbindet – der Glaube an das Evangelium Jesu Christi und der gemeinsame Wille, sich im Leben an ihm zu orientieren.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge
Am Ende des Gottesdienstes verabschiedete die Gemeinde ein langjährig aktives Glaubensgeschwisterpaar, das in ein Senioren- und Pflegeheim nach Mittelhessen zieht, wo familiäre Verbindungen bestehen. Der Gemeindevorsteher dankte beiden herzlich für ihren jahrzehntelangen Einsatz in den Gemeinden. Der Ehemann war früher in der Gemeinde Steinbach als ehrenamtlicher Priester tätig. In den letzten Jahren konnte er die Gottesdienste aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr persönlich besuchen. Seine Ehefrau hingegen war, trotz der Herausforderungen des Alters, in nahezu jedem Gottesdienst präsent und engagierte sich zudem im Seniorenkreis der Gemeinde.
Der Vorsteher sprach von einem Abschied mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“: Wehmütig, weil zwei geschätzte Mitglieder die Gemeinde verlassen. Zugleich aber auch freudig, weil für beide ein neuer Lebensabschnitt in einer guten und von ihnen gewählten Umgebung beginnen könne.
Im Anschluss überreichte der Seniorenbeauftragte im Namen des Seniorenkreises eine Karte und ein kleines Präsent – verbunden mit dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben und die Glaubensschwester in ihrer neuen Heimat zu besuchen.
Grillen auf dem Kirchenparkplatz – ein gelungener Ausklang
An jedem ersten Sonntag im Monat findet der Gemeindesonntag statt, üblicherweise mit einem kleinen Imbiss im Vorraum der Kirche. Am 1. Juni wurde dieser Ausklang einmal anders gestaltet: Vor einigen Wochen war aus dem Kreis der Gemeinde die Idee entstanden, ein gemeinsames Grillen auf dem Kirchenparkplatz zu veranstalten – eine Gelegenheit zum Essen und Verweilen im Freien.
Die Wetterlage war zunächst ungewiss. Zwei große Grills wurden vorsorglich unter einem Pavillon aufgebaut. Direkt nach dem Gottesdienst wurden Bänke und Tische aufgestellt, die Grills angeheizt und das Buffet gemeinschaftlich vorbereitet. Wenig später wanderten die ersten Bratwürstchen vom Rost auf die Teller.
Zur Auswahl standen verschiedene Würstchen aus regionaler Herstellung, ergänzt durch Kartoffel- und Nudelsalate sowie frische Beilagen. Alles wurde von Gemeindemitgliedern mitgebracht. Die Atmosphäre war entspannt, die Gespräche lebendig. Als sich später dunkle Wolken am Himmel zeigten, halfen viele spontan beim Aufräumen mit. Und kaum war das letzte Teil verstaut, begann der Regen.
Ein rundum gelungener Sonntag in Gemeinschaft, der Lust auf mehr macht – neue Ideen für kommende Gemeindesonntage sind bereits vorhanden.
Symbolbild zur kindgerechten Predigtansprache: Zusammenhalt macht stark – ein Bündel lässt sich nicht brechen.
2. Juni 2025
Text:
Ulrike Osthoff
Fotos:
Karsten Kühnle,
Patrick Makarowski ,
Ulrike Osthoff
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