Für die Besucher des Gottesdienstes am 4. Juni 2025 glich der Weg zur Kirche einem Hindernislauf. Mehr als 64.000 Teilnehmer am J.P.Morgan-Lauf, dem größten Firmenlauf der Welt, führten nicht nur zu umfangreichen Verkehrsbehinderungen in der nahen und fernen Umgebung, sondern auch zu Einschränkungen bei der ohnehin schwierigen Parkplatzsuche in Bockenheim. Dennoch versammelte sich eine erwartungsvolle Gemeinde am Mittwoch vor Pfingsten zum Gottesdienst, den Bezirksapostel Pöschel in Frankfurt-West hielt.
Mit seinen ersten Worten erinnerte der Bezirksapostel an die Vorväter, die die Grundlage dazu legten, dass die Gemeinde in diesem Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiern kann. Doch so wichtig solch ein Rückblick ist – es gilt, auch die Gegenwart zu nutzen und sich für die Zukunft zubereiten zu lassen. „Gemeinde lebt von Aktivität!“
Grundlage des Gottesdienstes war Galater 3, 27.28: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus:“ Zunächst: So, wie man früher an der Kleidung den Status einer Person erkannte, so möge an uns heute sichtbar werden, dass wir durch die Taufe eingegliedert wurden in den Leib Christi.
Dann ging der Bezirksapostel auf Vers 28 ein, der unterschiedliche Voraussetzungen beschreibt, die aber nicht trennen oder abgrenzen, sondern in Christus eins werden. Dies machte er deutlich an einem Bild: Man stelle sich einen 360 Grad großen Kreis vor, auf dem beispielsweise einer einen Platz auf 90 Grad, ein anderer einen auf 91 oder 92 hat. Nun kann man sich definieren über diesen Platz, sich abheben von seinem Nachbarn oder seinen Stand mit ihm vergleichen. Wenn sich aber jeder nach der Mitte ausrichtet, die Jesus Christus bildet, verwischen die Unterschiede – man wird „einer in Christus“.
In unseren Breiten legt man großen Wert auf Individualität, so der Bezirksapostel, und das ist auch nicht zu beklagen. Mit Christus eins zu sein bedeutet auch nicht Uniformität. Wie die Körperteile eines Menschen haben jedoch auch die Glieder am Leib Christi unterschiedliche Ausformungen und Aufgaben – und sind dennoch eins, weil vom Haupt gesteuert. „Lasst uns von dem Platz in unserer Gemeinde, den wir haben, mehr auf das Verbindende zu Bruder und Schwester achten, uns unterhaken und das Einigende suchen, indem wir auf Christus schauen!“
Apostel Opdenplatz, zur Mitarbeit am Altar gerufen, bekräftigt den im Bibelwort liegenden Gegensatz von unterschiedlichen Voraussetzungen und der Einheit: „Bei Christi Wiederkunft werden wir uns, wie das auch geschehen mag, an unserer Individualität, unserer Einzigartigkeit erkennen – und doch in Christus eins sein.“
Nach dem Gottesdienst nahm sich der Bezirksapostel noch die Zeit für einen kleinen Austausch mit Geschwistern in den unteren Räumen unserer Kirche, was rege genutzt wurde.
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