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Abschied von Andrea Schnizer:
Ein Leben im Dienst an anderen

 

Apostel Opdenplatz leitete am Freitag, dem 1. August 2025 die Trauerfeier für Andrea Schnizer. In der neuapostolischen Kirchengemeinde Frankfurt-West erinnerte er an ein Leben, das von Einsatz, Glaube und großer menschlicher Wärme geprägt war.

Angehörige, Freunde und langjährige Wegbegleiter versammelten sich am 1. August 2025 in Frankfurt-West, um Abschied von Andrea Schnizer zu nehmen – und ein außergewöhnliches Lebenswerk zu würdigen. Die 58-Jährige war am 6. Juli 2025 plötzlich und unerwartet verstorben.

Gute Werke

Apostel Gert Opdenplatz leitete die Trauerfeier und wählte für seine Ansprache ein Bibelwort aus Apostelgeschichte 9,36: „Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen.“ Das Wort über Tabitha, eine Frau der Urgemeinde, stellte er in den Kontext des Lebens von Andrea Schnizer.

Der Apostel beschrieb Andrea Schnizer als eine Frau mit vielen Begabungen und großem Engagement: „Sie hat ihre Lebenszeit verstanden als Zeit, Gutes zu tun.“ Er schilderte sie als kulturell interessierte, diskussionsfreudige Persönlichkeit, die durch ihre Art viele erreicht habe. Der Blumenschmuck, den eine enge Freundin gestaltet hatte, nahm Bezug auf Andrea Schnizers Vorliebe für Kunst und ihre legendäre Gastfreundschaft – umgesetzt in einer symbolträchtigen Dekoration mit Grillkohlegefäßen, gelben und grünen Blumen.

Andrea Schnizer engagierte sich über viele Jahre in der Gemeinde Frankfurt-West. Sie war als Sängerin aktiv, gestaltete den Blumenschmuck mit und gehörte zur Reinigungsgruppe. Bei kirchlichen Veranstaltungen war sie häufig organisatorisch eingebunden. Besonders am Herzen lagen ihr die Kinder und Jugendlichen.

Leitende Redakteurin im Bischoff Verlag

Dies zeigte sich auch in ihrer beruflichen Tätigkeit. Nach der Ausbildung zur Redakteurin und dem Studium arbeitete sie die letzten drei Jahrzehnte beim kircheneigenen Bischoff-Verlag in Frankfurt. Dort war sie hauptverantwortlich für die langjährigen Zeitschriften „Spirit“ und „Wir Kinder“. In den letzten Jahren prägte sie auch das Konzept der neuen Kirchenzeitschrift „Neuapostolisch“, Nachfolgerin von „Unsere Familie“. 

Ihr Engagement reichte weit über das Redaktionelle hinaus, so beschrieb es Apostel Opdenplatz. Er erinnerte an viele Gespräche mit Andrea Schnizer aus der gemeinsamen Zeit im Verlag. Sie habe sich intensiv mit Glaubensthemen beschäftigt und dabei auch kritische Themen nicht gescheut. Zweifel sei für sie kein Gegensatz zum Glauben gewesen, sondern ein Weg zu tieferem Verständnis. „Andrea konnte argumentieren, war blitzgescheit und kannte sich in der Lehre bestens aus“, sagte er.

Im beruflichen Umfeld habe sich Andrea Schnizer mit Ausdauer und Fachkenntnis durchgesetzt. Jung und gebildet sei sie in einer Zeit beruflich tätig gewesen, in der Frauen oft nicht ernst genommen wurden. Der Apostel betonte: „Andrea heißt: die Tapfere. Und diese Tapferkeit hat sie bewiesen.“

Ein Leben in Aufmerksamkeit für andere

Apostel Opdenplatz schilderte Andrea Schnizer als eine Frau, die ihr Augenmerk stets auf andere richtete. Sie habe nicht über ihre eigene Krankheit gesprochen, sondern sich um Menschen in ihrem Umfeld gekümmert. „Sie konnte zuhören – nicht mit dem Ziel, eine gute Antwort zu geben, sondern einfach, um zuzuhören.“ Sie habe Menschen miteinander vernetzt, auch solche, mit denen sonst nur wenige gesprochen hätten.

Gemeinde als Heimat

Im Anschluss an den Apostel sprach Priester Stefan Bouxsein, der Andrea Schnizer über drei Jahrzehnte seelsorgerisch begleitet hatte. Er erinnerte an zahlreiche Gespräche, Begegnungen in kleiner Runde und das gemeinsame Wirken in der Gemeinde. 

Besonders berührend war seine Schilderung davon, wie sehr Andrea Schnizer sich für das Wohl anderer einsetzte – auch dann, wenn sie selbst nicht bei Kräften war. „Meine Gemeinde, das ist für mich meine Heimat“, habe sie einmal gesagt. Der Priester betonte: „Wenn ich heute selbst sagen kann: Diese Gemeinde ist auch meine Heimat – dann hat Andrea daran einen großen Anteil.“

Lebenslauf und Aussegnung

Nach dem gemeinsamen Gebet des Vaterunsers und der Aussegnung verlas Apostel Opdenplatz den von Andrea Schnizers Mutter verfassten Lebenslauf. Darin wurde ihr Weg von der Geburt in Neckarsulm über ihre Schul- und Studienzeit bis hin zur jahrzehntelangen Verlagstätigkeit nachgezeichnet. Erwähnt wurden auch ihre Kinderbuchveröffentlichungen und ihre Gastfreundschaft.

Die Trauerfeier endete mit dem abschließenden Gebet des Apostels um Frieden, Trost und Hoffnung. „Andrea bleibt Teil der Gemeinde“, so Apostel Opdenplatz, „und es kommt der Augenblick, wo wir uns wiedersehen – beim Herrn.“

Ein Garten voller Beziehungen

Abschließend wandte sich Sonja Häuser, eine langjährige Freundin von Andrea Schnizer, mit einem persönlichen Nachruf an die Gemeinde. In einer poetischen Bildsprache beschrieb sie Andreas Leben als einen „Beziehungsgarten“ – ein Ort der Vielfalt, Pflege und Begegnung.

Sie führte die Zuhörenden durch diesen imaginären Garten mit seinen alten Bäumen, bunten Stauden, duftenden Kräutern und einem langen Tisch unter einer Pergola: „Wir sind eingeladen, jederzeit in Andreas Beziehungsgarten zu kommen. Wir dürfen von den Früchten ernten und sie genießen.“ Die bildhafte Sprache spiegelte die Vielfalt, Tiefe und Gastfreundschaft wider, die Andrea Schnizer auszeichneten.

Die Sänger beendeten die Feier mit einem musikalischen Beitrag. Der Gemeindechor, erweitert um zahlreiche Freunde und Wegbegleiter, gestaltet unter Leitung von Annette Conrad die Trauerfeier mit.

Überregional in Arbeitsgruppen mitgewirkt

Unter den Besuchern in der Kirche Frankfurt-West befanden sich viele langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter von Andrea Schnizer, darunter auch Bezirksapostel i.R. Hagen Wend sowie zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der Verstorbenen aus dem Verlag.

Auch aus anderen Gebietskirchen waren Freunde und Gäste angereist oder nahmen per Übertragung teil. Andrea Schnizer hatte an der inhaltlichen Planung des Europa-Jugendtags 2009 und des Internationalen Jugendtags 2019 der Kirche sowie in zahlreichen Arbeitsgruppen mitgewirkt. Daher und auch durch ihre berufliche Tätigkeit war sie überregional bekannt.

Weitere Informationen:
"Wir trauern um Andrea Schnizer" (www.bischoff-verlag.de)

4. August 2025
Text: Frank Schuldt
Fotos: Marcel Felde

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