Am Sonntag, dem 18. Mai 2025, durfte die Gemeinde Frankfurt-Ost einen besonderen Gottesdienst erleben: Apostel Gert Opdenplatz diente mit dem Bibelwort aus Johannes 11, 25–26, in dem es heißt: „Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?“
Diese Frage richtete Jesus einst an Martha – und durch den Apostel erreicht sie heute uns: Glaubst du das? Eine Frage, die uns zur ehrlichen Selbstprüfung einlädt und den Kern unseres Glaubens berührt."In seiner Predigt nahm der Apostel Bezug auf das Glaubenszeugnis im Zusammenhang mit der Auferweckung des Lazarus und dem Gespräch Jesu mit Martha. Er erinnerte an das persönliche Bekenntnis der Martha aus Johannes 11,27: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“
Apostel Opdenplatz sprach auch über das gemeinsame Glaubensbekenntnis – etwa das Nizänische, in dem es heißt: „Wir glauben …“, oder das Vaterunser, in dem wir gemeinsam beten: „Vergib uns unsere Schuld …“. Demgegenüber stehen die persönlichen Glaubensbekenntnisse – wie das von Martha oder auch das Apostolikum mit seinem „Ich glaube …“
Der Apostel machte deutlich, dass unser Glaube kein Selbstzweck sein darf:
- Kein Götzenglaube, der Gott nur dann anruft, wenn man Segen erwartet.
- Kein Pharisäerglaube, der das eigene Glaubensleben zur Schau stellt und über andere urteilt.
- Kein äußerlich geprägter Glaube, der abhängig ist von Faktoren wie dem Kirchengebäude, dem Dienstleiter oder der musikalischen Gestaltung.
Stattdessen stellte er verschiedene Haltungen gegenüber: Der Pharisäer im Tempel, der sich selbst rühmt, weil er nicht wie der Zöllner sei – und der Zöllner, der sich vor Gott demütigt und sagt: „Gott, sei mir Sünder gnädig.“ Der Apostel betonte, dass diese Haltung – das Bewusstsein der eigenen Bedürftigkeit vor Gott – die rechte Glaubenshaltung sei.
Vielmehr sei echter Glaube ein Leben aus der Liebe zu Gott und dem Nächsten, so wie es auch der Jakobusbrief fordert: Nicht nur gute Wünsche äußern, sondern dort helfen, wo es möglich ist.
Besonders berührt zeigte sich der Apostel auch von einem Ausdruck des Glaubensbekenntnisses durch einen Diakon der Gemeinde, der gesagt hatte: „Wir haben einen Job zu tun!“ – Das verstand der Apostel als Erinnerung daran, dass wir unseren Glauben auch bekennen und über ihn sprechen sollen.
Ein weiterer Höhepunkt im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls war die anschließende Ordination: Für die Gemeinde Frankfurt-Ost wurden eine Priesterin und drei Diakoninnen in ihr Amt berufen. Die Gemeinde empfing diesen besonderen Moment mit großer Freude und Dankbarkeit.
Nach dem Gottesdienst versammelten sich viele Gemeindemitglieder in den unteren Räumen zum „Grüne-Soße-Brunch“: Neben der traditionellen Frankfurter Soße gab es Kartoffeln, Eier und zahlreiche Beilagen. In herzlicher Atmosphäre klang der Vormittag in Gemeinschaft und Gesprächen aus.
Apostel Opdenplatz mit den neu ordinierten Schwestern
26. Mai 2025
Text:
Sandra Escher
Fotos:
Sandra Escher
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