Am Sonntag, den 26. Oktober 2025 erlebten 75 Kinder und 68 Erwachsene des Bezirks Frankfurt einen Kindergottesdienst in Frankfurt-Höchst. Unter dem Bibelwort aus Jesaja 65,1 („Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin ich!“), erfuhren die Kinder, wie sehr Gott jeden Einzelnen von ihnen liebt und begleitet.
Der Gottesdienst begann mit einem fröhlichen Eingangslied, das die Kinder bereits vom letzten Kindertag kannten: „Gott ist die Liebe“ von Dirk Pfau. Nach einem gemeinsamen Gebet durften die Kinder, die am Vortag am Workshoptag teilgenommen hatten, ihre eingeübte Klanggeschichte vortragen. In dieser thematisierten sie die oft vergessene Verbindung zu Gott: „Es gibt Menschen, die gar nicht an Gott denken. Sie sind beschäftigt mit Spielen, Arbeiten, Sport, Feiern oder Träumen. Gott ist für sie ganz weit weg. Aber Gott vergisst keinen Menschen. Er ruft: ›Hier bin ich, hier bin ich!‹. Gottes Liebe ist wie eine Sonne. Sie scheint für alle - auch für die, die nicht an ihn denken. Gott lässt sich finden - auch von denen, die ihn nicht suchen. Er geht jedem aus Liebe nach“. Diese kreative Darbietung führte in das zentrale Thema des Gottesdiensts ein.
Priester Michael Bischoff griff das Bild „Gott ist wie eine Sonne“ aus der Klanggeschichte auf und vermittelte anschaulich, dass die Sonne immer da ist, selbst wenn man sie manchmal nicht sehen oder spüren kann. „So ist es auch mit Gottes Liebe,“ erklärte er. „Sie ist da, auch wenn wir sie mal nicht fühlen können.“ Im Anschluss teilten sich die Kinder in altershomogene Gruppen auf. Dies ermöglichte es jedem Kind, den Schwerpunkt des Gottesdienstes in einer für sie passenden Form zu erleben.
Kinder 3 - 6 Jahre
Die jüngsten Teilnehmer, erlebten mit ihren begleitenden Eltern das künstlerische Pop-up-Bilderbuch „Farbenmonster“ von Anna Llenas. Zwei Diakoninnen erklärten den Kindern, dass Gott sie liebt, egal wie sie sich fühlen: fröhlich, traurig, wütend oder ängstlich.
Als kreatives Andenken befüllten die Kinder kleine Plastikflaschen mit einem Foto von sich und bunten Pompoms, die die verschiedenen Gefühle aus der Geschichte des Farbenmonsters darstellten. Rot stand für Wut, Blau für Traurigkeit, Gelb für Freude, Grün für Gelassenheit und Grau für Angst.
Kinder 6 - 9 Jahre
Die Kinder im Sonntagsschulalter besprachen mit einem Priester die verschiedenen Gefühle, die durch farbige Bälle symbolisiert wurden. Jedes Kind wählte zunächst einen Ball in der Farbe, der die Emotion repräsentierte, mit der es in die Kirche gekommen war. In einem weiteren Schritt wählten sie einen zweiten Ball, der das Gefühl der vergangenen Woche darstellte. Diese Bälle wurden dann in eine vorbereitete Kiste vor dem Altar gelegt.
Anhand einer transparenten Kugel erklärte der Priester die Wichtigkeit, auch Phasen der Langeweile und Gefühllosigkeit zuzulassen. Er erläuterte den Kindern, dass solche Momente eine Gelegenheit bieten, in sich selbst hineinzuhören und die „eigene Kugel“ mit einer neuen Farben zu füllen. Dabei betonte er, dass jeder Mensch einzigartige Erfahrungen und Gefühle mitbringt, worauf ein Kind anmerkte: „Jedes Kind ist ein Daumenabdruck Gottes!" Diese bildliche Aussage unterstrich eindrucksvoll die Individualität jedes Einzelnen.
Kinder 10 - 14 Jahre
Für die ältesten Kinder, wurde die biblische Geschichte der Emmausjünger herangezogen. Hierbei wurde deutlich, dass Gott auch bei denjenigen ist, die traurig sind und ihn nicht „suchen“. Durch ein Spiel, bei dem ein Kind mit verbundenen Augen zum „rufenden Gott“ (›Hier bin ich, hier bin ich!‹) fand, wurde dargestellt wie Lärm und Ablenkungen den Weg zu Gott erschweren können. Im zweiten Durchlauf ohne Lärm funktionierte es besser den Weg zu finden.
Im Hinblick auf den bevorstehenden Entschlafengottesdienst wurde den Kindern verdeutlicht, dass sie durch ihre Gebete und ihr Verhalten anderen Seelen - aus dem Diesseits und auch dem Jenseits - als Wegweiser zu Gott dienen können.
Abschluss
Nach dieser intensiven Gruppenarbeit kamen alle Gottesdienstteilnehmer wieder im Kirchenschiff zusammen. Priester Michael Bischoff betonte in der Vorbereitung auf die Feier des Heiligen Abendmahls: „Egal wie du dich jetzt fühlst, Gott will mit dir jetzt Gemeinschaft haben und dir Nahe sein.“.
Zum Abschluss des Gottesdienstes sangen alle begeistert das immer schneller werdende Bewegungslied „Hallelu!“ Hierbei erhebt sich abwechselnd die eine Seite bei „Halleluja“, und die andere Seite bei „Preiset den Herrn“. Das Lied sorgt traditionell nach jedem Kindergottesdienst für viel Spaß und Bewegung.
Nach dem Gottesdienst war die Freude noch nicht vorbei. Bei einem gemeinsamen Mittagessen, für das jede Gemeinde Fingerfood mitbrachte und über 100 Mini-Pizzen gebacken wurden, konnten sich die Kinder und ihre Familien austauschen. Es war ein Sonntag voller Freude, Gemeinschaft und vor allem: Bunter Gefühle.
Der Kindergottesdienst beginnt mit einem gemeinsamen Eingangslied
28. Oktober 2025
Text:
Bärbel Bischoff
Fotos:
Sandra Escher
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