Am Sonntag, den 7. Juni 2026, hat die Kirchengemeinde Frankfurt-Höchst ihr Kirchengebäude gegen eine Wiese in Wüstems getauscht. Bei bestem Wetter sind zahlreiche Gemeindemitglieder, Freunde und Gäste zusammengekommen, um einen wunderschönen, traditionsreichen Gemeindesonntag im Grünen zu erleben.
Gottesdienst unter freiem Himmel
Der Tag startete mit einem feierlichen Open-Air-Gottesdienst. Unter freiem Himmel, umgeben von Blätterrascheln und Vogelgezwitscher, feierten Jung und Alt gemeinsam. Als Grundlage für die Predigt diente das Bibelwort aus Lukas 10,20: „Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ Ein echter Blickfang passend zum Thema war das Zelt, unter dem der Altar stand, an dem viele beschriftete Wolken hingen, auf denen jeweils der Name eines Kindes der Gemeinde geschrieben stand.
Der Vorsteher leitete den Gottesdienst und wurde dabei von einer Diakonin unterstützt. In seiner Predigt griff er das biblische Geschehen um die Aussendung der 72 Jünger auf, die Jesus paarweise als Boten in die Städte vorausgeschickt hatte. Als die Jünger voller Stolz zurückkehrten und riefen: „Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen!“, bremste Jesus ihre Euphorie. Er lenkte ihren Blick weg von der eigenen Leistung und richtete ihn ganz auf die Beziehung zu Gott.
Ausgehend von dieser Aufforderung Jesu, worüber sich der Mensch wirklich freuen sollte, betonte der Vorsteher die Grundlagen des Glaubens: die tiefe Freude darüber, dass wir an Jesus glauben dürfen, die Gewissheit, dass Gott im Alltag bei uns ist, und die wunderbare Zusage einer gemeinsamen Zukunft mit ihm. Der Kinderchor unterstrich diese Botschaft passend mit dem freudigen Lied „Ich lobe meinen Gott“.
Gott liebt dich – und das ist das Größte!
Die Diakonin gestaltete das Mitdienen besonders lebendig und sprach die anwesenden Kinder direkt und anschaulich an. Sie verdeutlichte, dass jeder Mensch von Gott gekannt und bedingungslos geliebt wird – so wie es die bunten Wolken am Zelt symbolisierten. Um diesen Gedanken greifbar zu machen, zeigte sie Bilder bekannter Figuren aus dem Kinderfernsehen. Während die Erwachsenen bei der Frage nach den Namen der Charaktere meist ratlos blickten, riefen die Kinder diese ihr zu. Die Kinder kannten jede Figur fehlerfrei – weil sie diese mochten und sich intensiv mit ihnen beschäftigten.
Hier knüpfte die Diakonin eine Brücke zum zentralen Thema des Gottesdienstes: Genauso verhält es sich mit Gott. Er kennt die Namen aller Menschen ganz genau, weil er sie liebt und sich intensiv mit ihnen beschäftigt. Gott kennt aber nicht nur die Namen aller Menschen; er kennt ihre Freude und ihre Sorgen, sogar das, was andere oft übersehen. Seine Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft. Sie bleibt bestehen, selbst wenn Fehler passieren oder Dinge nicht perfekt laufen.
Die Diakonin erinnerte an die Worte Jesu zu seinen Jüngern: „Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“ oder anders gesagt „Freut euch, denn Gott kennt und liebt euch.“ Diese Freude ist beständig, denn sie gründet in Gottes bedingungsloser Liebe. Die Kinder überlegten, was ihnen Freude macht: Eis essen, ein Kleeblatt finden, oder ein neues Spielzeug aus Klemmbausteinen. Doch oft sind solche Freuden nur von kurzer Dauer: Man freut sich erst riesig - aber nach ein paar Tagen liegt das Spielzeug schon wieder in der Ecke. Jesus zeigte eine Freude, die bleibt: Gott kennt dich. Gott liebt dich. Und das ist das Wichtigste!
Entbindung der Jugendbeauftragten
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls folgte ein emotionaler Moment: Drei Jugendbeauftragte wurden offiziell von ihrer Aufgabe entbunden. Der Vorsteher betonte die Wichtigkeit ihrer langjährigen Tätigkeit und dankte ihnen herzlich für ihre wertvolle seelsorgerische und organisatorische Arbeit in der Gemeinde.
Direkt im Anschluss an den Gottesdienst verabschiedete die Gemeinde eine junge Familie, die ihren Lebensmittelpunkt in eine andere Stadt verlegte. Der Vorstehervertreter dankte den Eltern für ihr vielfältiges Engagement und überreichte im Namen der Gemeinde einen Präsentkorb, verbunden mit den besten Segenswünschen für die Zukunft. Zu diesem Anlass kam der Kinderchor ein weiteres Mal zusammen: Mit dem Lieblingslied des Sohnes, „Gott ist wie ein Regenbogen“, schenkten die Kinder der Familie einen berührenden musikalischen Abschied.
Gemeinsames Grillen und bunte Salat-Vielfalt
Danach ging es zum gemütlichen Teil über: Die Grills wurden angefeuert, sodass schon bald Würstchen und Steaks auf dem Rost brutzelten. Das Mittagsbuffet war ein echtes Highlight: Zahlreiche Gemeindemitglieder hatten eine bunte Vielfalt an selbstgemachten, köstlichen Salaten beigesteuert. Bei gutem Essen genossen alle das gemütliche Beisammensein und den regen Austausch.
Spielen, Singen und süße Stärkung
Nach dem Mittagessen stand für die jüngsten Gemeindemitglieder die traditionelle Schatzsuche auf dem Programm. Damit alle Altersgruppen auf ihre Kosten kamen, war das Abenteuer aufgeteilt: Zuerst begaben sich die kleineren Kinder mit viel Eifer auf Spurensuche, und im Anschluss folgten die älteren Kinder, deren Aufgaben deutlich kniffliger waren. Am Ende hoben beide Gruppen erfolgreich ihren Schatz.
Während die Kinder im Wald und auf den Wiesen unterwegs waren, nutzte der Männerchor die Gunst der Stunde. Im Schatten der Bäume versammelten sich die Sänger zu einer kurzen Probe. Das Ergebnis präsentierte der Chor kurz darauf der versammelten Gemeinde, das mit Applaus gewürdigt wurde. Dieser musikalische Ausklang ging fließend in den Nachmittagskaffee über. Ein reichhaltiges Buffet aus Kuchen und Torten ließ auch hier keine Wünsche offen.
Ein erfrischender Abschluss
Für große Begeisterung und den rasanten Schlusspunkt des Tages sorgte schließlich eine gemeinsame Wasserschlacht der Kinder, bei der kein T-Shirt trocken blieb. Die Erwachsenen schauten dem bunten Treiben sichtlich amüsiert zu und genossen die letzten Sonnenstunden des Tages.
Müde, aber glücklich und erfüllt von diesem tollen Gemeinschaftserlebnis, traten alle Gemeindemitglieder und Gäste am späten Nachmittag den Heimweg an.
Die Gemeinde während des Open Air Gottesdienstes
19. Juni 2026
Text:
Bärbel Bischoff
Fotos:
John Arnold,
Bärbel Bischoff
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