Am 1. September hieß es früh aufstehen für den Seniorenausflug nach Trier. Der Bus wartete schon um acht Uhr an der Kirche in Usingen, pünktlich waren die Usinger Teilnehmer an Bord. Nur eine halbe Stunde später war die Reisegruppe komplett: In Bad Homburg stiegen die Teilnehmer aus den Gemeinden Bad Homburg, Bad Vilbel und Frankfurt Nord zu.
Der Seniorenbeauftragte, Bezirksältester i. R. Markus Hartung, hatte die Tagesfahrt organisiert. Er begrüßte im Bus die Seniorengruppe, stellte den Tagesplan vor und hatte gleich auch ein Rätsel parat: Wer ist älter – die Stadt Trier oder die Gesamtheit aller Senioren im Bus? Wir erfuhren Trier wurde im Jahr 17 v. Chr. gegründet und mit der Annahme, dass alle 36 Mitfahrer mindestens 60 Jahre alt sind, war klar: Trier ist tatsächlich jünger!
Eine gemischte Sitzverteilung im Bus quer über die Gemeinden führte schnell zum Kennenlernen und zu angeregten Gesprächen während der zweieinhalbstündigen Fahrt. Natürlich hatten einige Senioren auch für eine Versorgung mit Plätzchen gesorgt, die durch die Reihen gereicht wurden. Was ein wenig fehlte, war der Kaffee – es gibt also tatsächlich noch kleine Verbesserungsmöglichkeiten.
Kulinarische Stärkung im Herzen der Stadt
Um 11:30 Uhr erreichte der Bus Trier und nach einem kurzen Fußmarsch ging es direkt zum Mittagessen ins Gasthaus „Früh bis Spät“. Dort stärkte man sich mit Schnitzel, Himmel und Erde oder leichter Hausmannskost. Manch einer wagte dazu auch schon ein echtes Früh Kölsch.
Weltgeschichte auf Schritt und Tritt
Um 14 Uhr begann die Stadtführung an der Porta Nigra, aufgeteilt in zwei Gruppen mit ortskundigen Stadtführern. Die Porta Nigra, das Wahrzeichen von Trier, war ursprünglich eines der Stadttore, von den Römern um ca. 170 n. Chr. erbaut. Über die Jahrhunderte färbte sich der gelbliche Sandstein durch natürliche Prozesse, da das Eisenoxid in dem Sandstein korrodiert, dunkel, daher der Name „Schwarzes Tor“. Vorbei an der Karl-Marx-Statue – für manchen eine Überraschung, dass Trier seine Geburtsstadt ist – ging es zum Hauptmarkt. Er ist einer der historisch bedeutsamen Plätze der Stadt seit der Zeit, als Trier "Augusta Treverorum" eine der wichtigsten Städte im Römischen Reich war. Von hier hat man einen Blick auf die Steipe, ein reich verziertes gotisches Haus, die Porta Nigra, den Marktbrunnen, den kunstvollen Petrusbrunnen mit den Figuren der Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung sowie den imposanten Trierer Dom.
Monumentale Bauten und kaiserliches Erbe
Weiter ging es zur Konstantin Basilika. Kaiser Konstantin der Große (303-337 n. Chr.) gewährte die Religionsfreiheit und ermöglichte damit die Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich. Er wählte Trier als eine seiner Residenzstädte und errichtete die Konstantin Basilika. Heute ist sie eine protestantische Kirche und gilt als Bau mit dem größten antiken Innenraum der Welt. Sie gehört, wie insgesamt neun herausragende römische und mittelalterliche Trierer Bauwerke, zum UNESCO-Welterbe.
Nach der Stadtführung zu Fuß schloss sich eine Stadtrundfahrt mit unserem Bus an. Schon ein erster Blick auf die Kaiserthermen lässt erahnen, dass die Römer Zeit zur Muße hatten und zu leben wussten. Weiter ging es entlang der Mosel mit Blick auf die Mariensäule hoch über dem Moseltal und drei historische Benediktinerklöster. Während der Napoleonischen Zeit erfolgte eine formelle Säkularisierung, die Klöster wurden aufgelöst. Nur die Abtei St. Martin wird heute wieder aktiv als Benediktinerabtei genutzt.
Zeit für Genuss und gute Gespräche
Anschließend hatten die Teilnehmer noch eine Stunde zur freien Verfügung, um Trier auf eigene Faust zu erkunden. In kleinen Gruppen wurde auch das ein oder andere Eis-Café besetzt. Um 17 Uhr ging es wieder retour. Im Bus wurde munter über die Erlebnisse in Trier und andere Themen geplaudert. Der schöne gemeinsame Tag endete gegen 19:30 Uhr mit der wohlbehaltenen Ankunft in Bad Homburg und kurze Zeit später in Usingen. Alle Mitfahrenden waren dankbar für die Initiative, die gelungene Organisation und die teilweise neuen Kontakte in dem schönen Teilnehmerkreis.
8. September 2026
Text:
Axel Hoffmann und Claudia Hoffmann-Böhmer
Fotos:
Markus Hartung,
Regina Hoffmann,
Peter Trottnow,
und weitere
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