Ein besonderer Gottesdienst, das Heilige Abendmahl und der Segen zur Diamantenen Hochzeit prägten die Feier am 13. September 2026 in der Gemeinde Bad Vilbel. Im Mittelpunkt standen das Evangelium Jesu Christi, ein über 60 Jahre andauernder gemeinsamer Glaubens- und Lebensweg und die Gewissheit, dass Gott begleitet, stärkt und segnet.
Schon das Eingangslied mit der Gemeinde „Nun danket alle Gott“ legte den Fokus auf die besondere Dankbarkeit, dass das Jubelpaar da sein kann und alle, die sich aufgemacht haben, diesen Gottesdienst in besonderer Herzensstimmung erleben können. Nach einem eindrucksvoll vorgetragenen Lied des, mit dem Jubelpaar befreundeten Opernsängers Manfred Fink, richtete der Bezirksevangelist den Blick zunächst auf die ersten Christen. Was sie mit Jesus erlebt und von ihm empfangen hatten, wollten sie nicht für sich behalten. Ihr Glaube sollte im Alltag sichtbar werden – in der Öffentlichkeit ebenso wie im Alltag, in den eigenen vier Wänden.
Auch heute werde das Evangelium vor allem durch das gelebte Vorbild weitergetragen. An einer alltäglichen Situation verdeutlichte er dies: Wo über einen anderen Menschen ein Gerücht verbreitet wird, kann ein Christ innehalten, statt es weiterzugeben. Der Glaube helfe, den Nächsten wertzuschätzen und ihn höher zu achten als sich selbst.
„Das ist gelebtes Evangelium, lebendiges Evangelium in der Öffentlichkeit“, sagte Evangelist Blum.
Schon die ersten Apostel predigten nicht ihre eigene Meinung, ihre eigenen Ansichten oder ihre eigene Philosophie. Es war das Wort Jesu, es war das Evangelium, kein Glaube, der Angst mache, es war die Botschaft. Und diese Botschaft, die Hoffnung und Zuversicht schenke, wollten sie weitergeben.
Kraft dafür finde man im Wort Gottes, im Trost des Heiligen Geistes und in der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Als Ausdruck dieser Hoffnung zitierte der Evangelist aus der Offenbarung des Johannes: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! [...] Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“
Gott in die Mitte des Lebens nehmen
Priester Schütrumpf nahm den Gedanken des Bibelwortes anschließend auf und stellte einen persönlichen Bezug zum Jubelpaar her. Mit Blick auf die vergangenen sechs Jahrzehnte formulierte er: „Sie hörten nicht auf, Gott in die Mitte ihres Lebens zu nehmen und davon zu erzählen, davon zu sprechen und danach zu tun.“
Gerade in schwierigen Zeiten zeige sich, was Glauben bedeute. Zweifel, Unsicherheiten und belastende Lebenssituationen gehörten zum menschlichen Leben. Das Vertrauen auf Gott könne jedoch helfen, auch dann am Evangelium festzuhalten.
Priester Schütrumpf erinnerte an die Worte des Apostels Paulus im 1. Korintherbrief 3,16, wonach der Mensch selbst ein Tempel Gottes ist, in dem der Geist Gottes wohnt. Der Heilige Geist wolle nicht nur in besonderen Momenten wirken, sondern das tägliche Leben prägen. Wo Gottes Geist Raum bekomme, könnten Gnade und Liebe auch im Umgang mit dem Nächsten sichtbar werden – und das alle Tage! Wenn man Gott alle Tage in sein Leben nehme, dann habe das auch eine sichtbare Auswirkung.
„Der Geist des Herrn wirkt Ausrichtung und Zuversicht. Er gibt Licht und schafft Ruhe für die Seele“, das könne auch das Jubelpaar in der Rückschau auf die 60 gemeinsamen Jahre unterstreichen.
Vergebung und Heiliges Abendmahl
Nach dem gemeinsamen Gebet des „Unser Vater“ wurde allen Gottesdienstteilnehmern die Sündenvergebung zugesprochen. Damit war der Weg zum Heiligen Abendmahl bereitet.
Das Heilige Abendmahl bot den Gläubigen einen besonderen Moment der Nähe zu Christus und der Gemeinschaft mit ihm. Die frohe Botschaft von Vergebung, Erlösung und Zukunft blieb so nicht nur Gegenstand der Predigt, sondern wurde im Gottesdienst unmittelbar erfahrbar.
Feier der Diamantenen Hochzeit - „Bis hierher hat der Herr geholfen.“
Nach der Predigt richtete sich die Aufmerksamkeit auf das Jubelpaar Ute und Diakon i. R. Rudi Hill. Familie, Freunde und die Gemeinde waren zusammengekommen, um die Diamantene Hochzeit gemeinsam zu feiern. Zur Einstimmung sang der befreundete Opernsänger mit Klavierbegleitung „Dein ist mein ganzes Herz“ – ein Wunschlied der Jubilare.
60 Ehejahre bedeuten einen langen gemeinsam gemeisterten Weg. Im Rückblick wurde deutlich, dass dieser Weg nicht nur von unbeschwerten Zeiten geprägt war. Persönliche Verlusterfahrungen, schwierige Lebensumstände und besondere gesundheitliche Herausforderungen gehörten ebenso dazu wie die schönen Erfahrungen innerhalb der Familie und der Gemeinde unter der sichtbaren Begleitung des himmlischen Vaters.
Vor diesem Hintergrund hat die Aussage „Bis hierher hat der Herr geholfen.“ eine besondere Bedeutung.
Es beschreibt die Haltung, mit der das Jubelpaar auf die vergangenen Jahre blickt: dankbar für Gottes Begleitung und im Vertrauen darauf, dass er auch weiterhin nahe bleibt.
Ein Segen für andere
In seiner Ansprache hob Bezirksevangelist Blum hervor, dass Ute und Rudi Hill selbst zum Segen für andere geworden seien. Die Familie mit Kindern und Enkeln, Freunde und die Gemeinde seien Teil dieses gemeinsamen Lebensweges.
„Ihr wart ein Segen. Ihr seid ein Segen. Und ihr bleibt ein Segen“, sagte er.
Damit schloss sich der Kreis zum Bibelwort des Gottesdienstes. Das Evangelium wird nicht allein durch Worte weitergegeben. Es wird sichtbar in gelebter Liebe, in Treue, in Fürsorge und in der Bereitschaft, füreinander da zu sein.
Als persönliches Wort für die weitere gemeinsame Zeit gab er dem Jubelpaar mit dem Bibelwort des kürzlich stattgefundenen YouthFestivals die Zusage Jesu mit: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Der Segen zur Diamantenen Hochzeit galt dem gemeinsamen Lebensweg und zugleich der Zukunft. Der dreieinige Gott möge das Ehepaar nach Seele, Geist und Leib begleiten, bewahren und ihm weiterhin Kraft und Freude schenken.
Dankbar nach vorn
Die Gemeinde gratulierte herzlich und brachte ihre Verbundenheit symbolisch mit einem Blumenstrauß und einer Sammlung zur Wunscherfüllung zum Ausdruck. Dankbarkeit und Freude prägten den Abschluss der Feier: Dankbarkeit für 60 gemeinsame Ehejahre, für Gottes Begleitung und für die vielen Begegnungen, die aus einem persönlichen Glaubensweg einen Weg in der Gemeinschaft gemacht haben.
So stand über diesem besonderen Tag nicht nur der Rückblick auf Vergangenes. Auch der Blick nach vorne gehörte dazu – im Vertrauen auf Gottes Treue und auf die Verheißung Jesu Christi: „Ich komme wieder und ich nehme euch zu mir.“
Das Jubelpaar lud im Anschluss noch zu einem Umtrunk, kleinen Snacks und herrlichen Torten ein.
14. September 2026
Text:
Regina Hoffmann
Fotos:
Regina Hoffmann,
Siglinde Wohlfarth
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
