Noch bevor der Gottesdienst begann, las der neunjährige Alexander der Gemeinde das Gleichnis vom reichen Kornbauern aus dem Lukasevangelium vor und stimmte sie so auf das Thema des Tages ein. Apostel Opdenplatz legte seiner Predigt Lukas 12,16–18 zugrunde, und der Chor nahm den Gedanken mit „O Herr, vernimm mein innig Flehn“ auf.
Zuerst wandte sich der Apostel an die Kinder. „Gott ist da, liebe Kinder!“, sagte er und erzählte vom Vater, von Jesus Christus und vom Heiligen Geist. Gott sei in seinem Gotteshaus und heiße jeden willkommen. Dabei schob er in seinem Eifer versehentlich das Mikrofon weg und machte daraus gleich ein Beispiel: „Ich habe einen Fehler gemacht, liebe Kinder. Gott macht keine Fehler.“ Er selbst kenne auch nur zwei der Kinder mit Namen, Gott dagegen kenne sie alle.
Dann kam er auf das Gleichnis zurück. Auf dem Weg zum Gottesdienst hatte er abgeerntete Felder gesehen und sich gefragt, wie viele Brote wohl aus all den Körnern entstehen könnten. Im eigenen Garten hatte der Pflaumenbaum reich getragen, viele Früchte waren allerdings wurmstichig. Die guten legte er in einen Korb, die schlechten sortierte er aus. Ob Gott mit uns wohl ähnlich verfährt? Nicht, um uns wegzuwerfen, sondern um den „Wurm der Sünde“ zu besiegen und uns von allem zu befreien, was uns von ihm trennt.
Der Kornbauer im Gleichnis besaß viel, dachte aber nur an sich. Dabei hätte er seine Familie zu einem großen Fest einladen können. „Was für ein armer reicher Kornbauer!“, sagte der Apostel. Der Reichtum, den Gott schenkt, sieht anders aus: Beziehung, Gemeinschaft, Ruhe für die Seele und das Wissen, nicht allein zu sein. Wir dürfen Erben Gottes sein, und Jesus Christus teilt diesen Reichtum mit uns und schenkt die Hoffnung auf ewige Ruhe.
Passend dazu sangen die Kinder mit Klavierbegleitung „Gott ist Liebe“. Priester Mauthe, der an diesem Tag zum letzten Mal aktiv mitdiente, griff das Lied auf: Wie reich seien wir, dass wir nicht nur davon singen dürfen, sondern diese Liebe auch im Herzen tragen.
Dass auch heute ein von Jesus Christus beauftragter Apostel in der Gemeinde steht und die besungene Liebe immer wieder in den Mittelpunkt stellt, das sei eine große Gnade, so der Priester weiter.
Mit dem Mutmachlied „Immer mutig vorwärts“ leitete der Apostel zu Priester Nicolaus über. Auch er sprach die Kinder an und sagte ihnen, dass Gott sie lieb hat, dass sie keine Angst haben müssen. „Immer mutig vorwärts“ richtete er die Worte an die Gemeinde – eigentlich sei es doch ganz einfach: Gott ist die Liebe, er hält uns in seiner Hand und gibt uns, was wir brauchen.
Fünf Seelen empfingen im Sakrament der Versiegelung die Gabe des Heiligen Geistes, ein kleines Kind und vier Jugendliche. Den Versiegelten gab der Apostel mit auf den Weg, dass es vergänglichen Reichtum gibt und solchen, der bleibt, und wünschte ihnen, dass ihr Herz immer bei dem bleibt, was Bestand hat. Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz, betonte der Apostel.
Nach dem Abendmahl wurde Priester Mauthe von seinem aktiven Amtsauftrag entbunden und in den wohlverdienten Ruhestand versetzt - ein bewegender Moment für die ganze Gemeinde!
Im Anschluss an der Gottesdienst hatten die Gemeindemitglieder bei einem Brunch noch reichlich Gelegenheit, dem Priester und den Seelen, die das Sakrament der Heiligen Versiegelung empfangen hatten, ihre guten Wünsche auszusprechen.
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