Es scheint „auf den ersten Blick ein kompliziertes Wort“ zu sein, sagte der Apostel, nachdem er es im Gottesdienst am 23. Oktober 2022 vorgelesen hatte: „Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" (Römer 8, 19-21).
Der Text gehe von dem aus, was Christen gemeinsam bekennen: dass der allmächtige Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde ist. Daran schließe sich die Erkenntnis an, dass der Schöpfer größer ist als das Geschaffene – oder mit anderen Worten: Der Geber ist größer als die Gabe. Zum besseren Verständnis gebrauchte der Apostel folgendes Bild: Da ist eine Mutter, die alle Liebe ihren drei Kindern widmet. Sie wird Oma und lässt ihren Enkeln manches Gute zukommen. Dann wird sie krank, ein Pflegefall, und kann nun nicht mehr wie vorher ihren Kindern und Enkeln manches zustecken. An dem künftigen Verhalten der Angehörigen ihr gegenüber lässt sich nun ablesen, ob sie zuvor die Geberin oder die Gaben mehr geliebt haben.
Ein anderes Bild: Wenn Kinder ihr Pausenbrot wegschmeißen, verachten sie nicht nur das Brot, sondern auch Vater oder Mutter, die es bereitet haben. Der Apostel appellierte, im Gegensatz dazu achtsam mit der Schöpfung umzugehen. „Auch wenn über ihr seit Adams Tagen ein Fluch liegt, preisen wir den, der sie geschaffen hat." Und wer achtsam mit dem Nächsten umgeht, der ja ebenfalls ein Geschöpf Gottes ist, ehrt damit auch den Herrn.
Die im Bibelwort liegende Zukunftsperspektive mache deutlich, dass Jesus Christus Retter der Welt ist, nicht nur der Menschheit. Durch sein Opfer habe er die Welt mit Gott versöhnt. Und wenn nach dem Ende des Friedensreiches der neue Himmel und die neue Erde erscheinen, in denen Gerechtigkeit wohnt, zeige sich erneut die nie aufhörende Schöpferkraft Gottes.
Der zur Mitarbeit gerufene Vorsteher von Frankfurt–West verwies darauf, wie „dass die Kinder Gottes offenbar werden“ aktuell umzusetzen sei: Indem sie versuchen, in ihrer Umgebung gerecht, wahr und als Friedensstifter zu handeln.
Darauf eingehend kennzeichnete der Apostel solches Verhalten als „herrliche Freiheit der Kinder Gottes“ – sie machen nicht alles mit, sondern nutzen ihre Freiheit, um Schwächeren beizustehen. Selbst der Gottesdienstbesuch sei Ausdruck solcher Freiheit.
Nach der Heiligen Versiegelung von dre Kindern und der Feier des Heiligen Abendmahls versetzte Apostel Odenplatz Diakon Schwarz aus Kelkheim und Diakon Jörg Idler aus Frankfurt–West in den Ruhestand und ordinierte einen Diakon für die Gemeinde West. Allen dreien widmete er das Wort: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind" (Römer 8,28).
Nach dem Schlussgebet verabschiedete sich der Apostel mit einem Satz, den er auf der Herfahrt auf einem Holzschild gelesen hatte: „Komm gut heim – sowohl auf dem Lebens-, als auch auf dem Glaubensweg."
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