Bischof Jürgen Kramer diente am Mittwoch, 26. Juni in der Gemeinde Frankfurt-Ost mit dem Bibelwort aus Jakobus 2,1 „Meine Brüder und Schwestern, haltet den Glauben an Jesus Christus, unserem Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person“. Mit diesem Wort vertiefte er die Gedanken des Stammapostelgottesdienstes vom vergangenen Sonntag.
Bischof Kramer ging auf die große Hitze ein, die an diesem Tag herrschte. Es könne äußerlich warm sein, aber innerlich könnte man trotzdem kalt sein. Das wünsche er niemandem. Besser sei es, Trost und Kraft aus dem Gottesdienst zu schöpfen. Wir haben den Auftrag, Gott anzubeten. Das dürfe man nie vergessen. Auch wenn es einem mal schlecht gehe, sollte im Herzen das Verlangen stehen, Gott anzubeten. Gottesdienst sei mehr als eine Wohlfühloase - Gottesdienst diene auch dazu, etwas in Angriff zu nehmen.
Der Stammapostel sprach im Gottesdienst am vorausgegangenen Sonntag vom „gerüttelten Maß“. Das könne man nur erreichen, wenn man etwas tue und nicht nur höre. Man solle den Glauben frei bekennen, aber freihalten von allem Bösen gegenüber dem Nächsten. Im Bibelwort sprach Jakobus bewusst die ganze Gemeinde an und weiter davon, dass man die Armen und die Reichen gleich behandeln solle. Der Bischof erwähnte, dass man Sympathie oft von Sprache, Kultur oder von Äußerlichkeiten abhängig mache. Gott liebe alle Menschen ohne Ansehen der Person.
Bischof Kramer erwähnte eine bewegende Geschichte, die man ihm einmal zugeschickt hatte: „Es war im Kriegswinter 1914 an der Westfront. Plötzlich hörte man an Heiligabend aus einem Schützengraben Weihnachtslieder. Dann riefen sie: „Nicht schießen, wir kommen jetzt raus!“ Sie haben dann gemeinsam ihre Toten begraben und zusammen Weihnachten gefeiert. Drei Tage lang hielt man Frieden. Als sie wieder zurück in ihre Gräben mussten, haben sie sich versprochen, daneben zu schießen".
„Keine Grabenkämpfe!“, dazu ermunterte der Bischof die Gemeinde.
In Jakobus 2,13 heißt es, dass ein unbarmherziges Gericht über den ergehe, der nicht barmherzig sei. Abschließend rief der Bischof die Gemeinde auf, den Vorsatz mitzunehmen, Barmherzigkeit walten zu lassen, um selbst Barmherzigkeit zu empfangen.
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