Am 6. Oktober feierte die neuapostolische Gemeinde Bad Homburg Erntedank. Die Kinder der Gemeinde schmückten den Altar und den Bereich davor mit einer bunten Vielfalt an Früchten, Gemüse, Blumen und weiteren Gaben. Vor dem Gottesdienst waren alle Anwesenden eingeladen, unter dem Motto „Ich bin dankbar für...“ ihre Dankbarkeit auf Blätter zu schreiben, aus denen später eine „Sonnenblume des Dankes“ gestaltet wurde.
Die Predigt des diesjährigen Erntedankgottesdienstes stand unter der Überschrift „Dank für Gottes Fürsorge“ und basierte auf dem Bibelwort aus 1. Mose 8, 22: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
Einstimmung auf den Gottesdienst
Um den Zusammenhang dieses Bibelworts zu verdeutlichen, präsentierten ein Priester und eine junge Glaubensschwester der Gemeinde vor Beginn des Gottesdienstes die Geschichte der Arche Noah anhand von Bildern und Texten. Die Erzählung handelt von den Menschen, die sich von Gott abgewandt haben, vom Bau der Arche trotz Spott und Hohn und von der Errettung vor der Sintflut durch Gott. Der Regenbogen wurde als sichtbares Zeichen von Gottes Versprechen gezeigt, die Erde von nun an zu einem sicheren Heim für alle Lebewesen zu machen.
Wer denkt, der dankt
Mit diesen Worten ermutigte der Priester die Gemeinde im Eingangsgebet, Gott nicht nur an diesem besonderen Tag, sondern stets dankbar zu sein – vor allem für die vielen Dinge, die in unserem Leben oft als selbstverständlich angesehen werden. In Anbetracht der aktuellen weltweiten Geschehnisse rücke besonders die Bitte um Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Barmherzigkeit in den Mittelpunkt.
Vom Glauben sprechen – und entsprechend handeln
Der Priester bezog sich auch auf die Predigt von Bezirksapostel Pöschel im kürzlich stattgefundenen Zentralgottesdienst der Gebietskirche und zitierte aus Apostelgeschichte 4, 20: „Wir können es ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben!“ Er ermutigte die Anwesenden, auch in schwierigen Zeiten ihren Glauben als Christinnen und Christen zu bekennen.
Im Anschluss sprach er, inspiriert durch das vom Orchester vorgetragene Lied „Der Heiland sorgt für dich täglich aufs Neu“, über die unendliche Fürsorge Gottes, die so weit, wie der Himmel reiche – und auf die jeder Gläubige fest vertrauen könne.
Demut und Vertrauen zu Gott
Der Priester erinnerte daran, dass Gott unsere Gebete hört und erhört – jedoch nur, wenn es auch gut für uns sei. „Sind wir demütig genug zu akzeptieren, dass ein Gebet nicht sofort oder vielleicht gar nicht erhört wird?“, fragte er die Gemeinde.
Er verwies zudem auf einen Stammapostelgottesdienst mit demselben Bibelwort, in dem betont wurde, dass Gott allein entscheidet, wie lange die Erde bestehen wird. Bis dahin können wir sicher sein, dass Gott sein Versprechen halte. Doch gemäß Jesaja 65, 17 wird der Tag kommen, an dem Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen werde.
Aus der Dankbarkeit gegenüber Gott erwächst auch eine Verantwortung, so der Priester. Es läge an uns, diese Dankbarkeit in Taten umzusetzen und Gutes daraus zu machen.
Vorrat an Dankbarkeit
Ein Diakon, der an den Altar gerufen wurde, sprach in seinem Predigtbeitrag darüber, dass es Zeiten gäbe, in denen es schwer falle, dankbar sein zu können. Wie hilfreich es dann doch sei, einen „Vorrat an Dankbarkeit“ zu haben, aus dem wir schöpfen können, auch wenn uns gerade nicht nach Danken zumute sei.
Die kleinen Dinge im Blick
Ein weiterer Priester rief in seinem Predigtbeitrag die Gemeinde dazu auf, sich jeden Tag bewusst zu machen, wie gut es uns hierzulande im Vergleich zu vielen anderen Menschen auf der Welt gehe. Besonders in unserer schnelllebigen Zeit sollten wir uns, wie die Kinder, an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen.
Ich kann dir gar nicht sagen, wie dankbar ich bin
Mit diesem Zitat aus einem Telefonat mit einem Bekannten schloss der leitende Priester den Predigtteil und leitete zur Feier des Heiligen Abendmahls über.
Das Heilige Abendmahl wurde mit dem Bußlied "Sollt ich meinem Gott nicht singen" eingeleitet und mit dem Gemeindelied "Herr, dir sei Preis" umrahmt.
Gemeinsamer Ausklang
Nach dem Gottesdienst gab es, wie an jedem ersten Sonntag im Monat, die Gelegenheit zu einem gemütlichen Austausch bei Getränken und kleinen Leckereien. Dieses Angebot wurde rege genutzt.
Gedanken zur Dankbarkeit - jeder, der wollte, konnte sich an der Gestaltung beteiligen
7. Oktober 2024
Text:
Dirk Eisenbach
Fotos:
Dirk Eisenbach
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