Am Sonntag, den 11. Mai 2025, feierte die Gemeinde der Neuapostolischen Kirche Bad Homburg ein besonderes Fest: die Konfirmation von drei jungen Glaubensgeschwistern, die nun bewusst und eigenverantwortlich ihren Weg im Glauben gehen möchten.
Während in der sehr gut besuchten Kirche die Gemeinde das Eingangslied sang, kamen die beiden Konfirmandinnen und der Konfirmand in Begleitung ihres Konfirmandenlehrers und gefolgt vom Gemeindevorsteher sowie weiteren priesterlichen Amtsträgern ins Kirchenschiff und nahmen ihre Plätze in der ersten Reihe ein.
Glauben – persönlich und hoch relevant
Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Entschlossen, das Gute zu tun“. Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Philipper 2, Vers 4:
„Und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“
Im Mittelpunkt der Predigt stand die Frage, welchen Stellenwert der Glaube heute noch hat – gerade für junge Menschen. Viele betrachten ihn als etwas Absurdes oder hielten ihn für eine Stütze der Schwachen oder der weniger Intelligenten. Stattdessen orientiere man sich oft an vermeintlichen Sicherheiten wie Technologie, Geld, Erfolg oder Unterhaltung – oder an Vorbildern in sozialen Medien, die schnellen Ruhm oder ein scheinbar perfektes Leben versprechen. Doch vieles davon ist Schein: kurzlebig, oberflächlich, „fake“ oder von wirtschaftlichen Interessen geleitet.
Den Konfirmandinnen und Konfirmanden wurde eindrücklich vor Augen geführt: Der Glaube ist nichts Rückständiges, sondern etwas Wertvolles, Aktuelles und Lebendiges. Er stiftet Sinn, vermittelt Werte wie Verantwortung und Mitmenschlichkeit – und schenkt in einer unübersichtlichen Welt verlässliche Orientierung und Halt.
„Ich sehe hier keine Loser“ – ein starker Moment
Ein besonders eindrucksvoller Moment war, als der Vorsteher die Konfirmandinnen und Konfirmanden bat, sich zur Gemeinde umzudrehen. „Was seht ihr?“, fragte er – und beantwortete die Frage nach einer kurzen Pause selbst: „Ich sehe eine vielfältige Gemeinde. Ich sehe hier keine Loser.“ Damit machte er deutlich, dass gelebter Glaube kein Zeichen von Schwäche ist, sondern Ausdruck von Entschlossenheit und innerer Stärke – und dass der Glaube an Jesus Christus und an sein Evangelium langfristig trägt.
Glaube braucht Beziehung und Gemeinschaft
Zugleich wurde deutlich: Zum Glauben gehört beides – die persönliche Beziehung zu Gott und die Gemeinschaft der Gläubigen. Der Glaube will gepflegt und erlebt werden – im persönlichen Alltag, aber auch gemeinsam im Gottesdienst, im Gebet und im Miteinander. Der Vorsteher ermutigte die Konfirmierten, auch die kirchlichen Angebote für Jugendliche zu nutzen – wie Jugendgottesdienste, Chor, Orchester oder Jugendstunden – als Möglichkeiten, im Glauben zu wachsen und Teil einer lebendigen Kirche zu sein.
Respekt, Toleranz und Wertschätzung im Blick behalten
Mit Blick auf das Bibelwort und das Motto „Entschlossen, das Gute zu tun“ rückte die Predigt auch eine Haltung in den Mittelpunkt, die der weit verbreiteten Selbstbezogenheit unserer Zeit etwas entgegensetzt: Nicht nur auf sich selbst schauen – sondern auch auf die Bedürfnisse und das Wohl anderer. Eine solche innere Haltung drückt sich aus in Respekt, Toleranz und Wertschätzung – und ist ein wesentlicher Teil gelebten christlichen Glaubens.
In diesem Sinne betonte auch Priester Makarowski, der die Konfirmandinnen und den Konfirmanden im vergangenen Jahr begleitet hatte, in seinem Predigtbeitrag das Bild einer grünen Knospe – als Symbol für ihr persönliches Wachstum im Glauben: noch nicht ausgereift, aber voller Leben, Hoffnung und Entwicklungspotenzial.
Ein Tag, der in Erinnerung bleibt
Dann war der Moment gekommen: Die Konfirmandinnen und der Konfirmand traten vor den Altar – voller Erwartung, ein wenig nervös, aber auch spürbar entschlossen. In einem feierlichen Akt bekannten sie sich bewusst zu ihrem Glauben und zu ihrem Weg in der Kirche. Zugleich wurde deutlich: Auch Gott sagt „Ja“ zu jedem von ihnen – mit seinem Segen, seiner Nähe und seiner Begleitung.
Nach dem Konfirmationssegen wich die Anspannung. Sichtlich erleichtert und voller Freude wurden die Jugendlichen von der Gemeinde beglückwünscht und gefeiert.
Es war ein Tag voller Freude, Dankbarkeit und Zuversicht – ein Tag, der den Konfirmierten, ihren Familien und der ganzen Gemeinde in schöner Erinnerung bleiben wird.
Die drei Konfirmanden vor dem Altar: Gelöste Stimmung nach dem Gottesdienst
18. Mai 2025
Text:
Jennifer Grundmann
Fotos:
Jennifer Grundmann,
Patrick Makarowski
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