Am 26. April feierten sieben Konfirmanden aus den Gemeinden Bad Homburg und Friedrichsdorf das Fest der Konfirmation. Über 230 Gottesdienstbesucher erlebten diesen ganz besonderen Moment im Leben junger Christen. Ein Gottesdienst voll persönlicher Ansprache, glaubenspraxisnahen Beispielen und dem Segen Gottes für die Konfirmanden und die gesamte Gemeinde.
Grundlage des Festgottesdienstes war die berühmte Aufforderung Jesu Christi an seine Jünger: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel." (Matth. 10, 32)
Glaube sichtbar machen – wie erkennt man einen Christen?
Die Predigt begann mit einem außergewöhnlichen Impuls: Ein Jugendlicher, auffällig gekleidet in einem Fußballtrikot und Fanbekleidung, und sein Vater, Priester der Gemeinde im schwarzen Anzug, wurden vor den Altar gebeten. Beide dienten als Kontrast, um die zentrale Frage zu verdeutlichen: „Woran erkennt man einen gläubigen Christen?“ und „Was tut Jesus für dich und wie bekennst du ihn?“ Die Konfirmandinnen und Konfirmanden wurden dabei ermutigt, das „Trikot des Glaubens“ überzuziehen und ihren Glauben nicht nur im Rahmen der Konfirmation zu bekennen, sondern ihn im Alltag konkret zu leben.
Die Goldene Regel: So, wie du behandelt werden willst
Sechs zentrale Handlungsaufforderungen, die sich aus dem Verhalten und der Zusage Jesu an die Konfirmanden ableiten lassen, wurden erläutert:
- Du bist wertvoll, einzigartig und ich kenne dich – bitte bekenne du dich auch zu mir.
- Ich gebe dir Liebe und Wertschätzung – bitte gib du diese auch mir.
- Ich liebe und begegne den Menschen bedingungslos – sei auch du Christ und behandle die Menschen in deinem Umfeld ohne Ansehen der Person.
- Ich nutze dich nicht aus und lebe nicht auf deine Kosten – bitte konsumiere mich nicht einfach und lebe auch du nicht auf Kosten anderer.
- Ich bin immer für dich da, auch in schwierigen Zeiten – halte mich fest in deinem Leben.
- Ich vergebe dir, wenn du Fehler machst und dir niemand vergibt – sei auch du versöhnungsbereit.
Mit Jesus unterwegs: Es ist deine Entscheidung
Jesus zu bekennen heißt auch, mit Jesus unterwegs zu sein, ihn, Jesus, in das „persönliche Lebensschiff“ zu nehmen. Zu diesem Zweck hatte die Gemeinde einen roten, herzförmigen, Anti-Stress-Ball mit dem Satz „Mit Jesus unterwegs" bedrucken lassen, der von den Gottesdienstteilnehmern als Wegbegleiter und Erinnerung mitgenommen werden konnte. Jesus ist liebend bei dir – wenn du Stress hast, wenn du dich „zu klein" im Bekennen fühlst oder eben auch dann, wenn du auch einmal nicht in der Lage bist, zu bekennen – seine Liebe überdauert auch die Haltbarkeit des Anti-Stress-Balls.
Kein Fan von Jesus
Pointiert wurde die Predigt durch den Ausspruch „Ich bin kein Fan von Jesus – sondern Nachfolger!" Jesus liebt kostenlos, es müssen keine Fanartikel erworben und Eintritte bezahlt werden. Der Weg zu Jesus ist für jedermann offen und verlangt auch keine Aufnahme in einen Fanclub.
Öffentliches Liebesbekenntnis zu Jesus Christus
Den Höhepunkt bildete das feierliche Gelübde der Konfirmandinnen und Konfirmanden, welches vom Chor mit dem Lied „Bist du bei mir, dann spring ich über Mauern, bist du bei mir, steh ich auf weitem Raum, bist du da, bin ich bei dir geborgen, bist du bei mir, bin ich in Sicherheit" eingeleitet wurde.
Selbstbestimmt im Glauben
In seiner Ansprache hob der Gemeindevorsteher Herkunft, Bedeutung und Wirkung des Konfirmationsgelübdes hervor. „Ich entsage dem Teufel und all seinem Werk und Wesen und übergebe mich dir, o dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist im Glauben, Gehorsam und ernstlichen Vorsatz: Dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen." So lautet der Text. Dies sind hochfeierliche Töne, keine Alltagssprache, kein lässiges Gebet. Die Ernsthaftigkeit eines Versprechens wird deutlich. Ursprünglich geht dieser Konfirmationstext auf ein altes Taufgelöbnis aus dem dritten Jahrhundert zurück. In der Neuapostolischen Kirche wird der alte Tauftext als Konfirmationsgelübde verwendet. Die Verbindung zur frühen christlichen Kirche und zum Sakrament der Taufe ist damit hergestellt: Mit seinem Gelübde bestätigt der Konfirmand, dass er das Taufversprechen seiner Eltern nun selbst eigenverantwortlich übernimmt und selbst darüber entscheidet, inwieweit er seinen Lebensweg mit Jesus führt.
Wie WLAN: Unsichtbar – aber verbindend
Diese persönliche Entscheidung und die bewusste Hinwendung zum Glauben lassen sich auch anschaulich mit einem modernen Bild beschreiben: Wie ein WLAN, das nicht sichtbar ist und dennoch eine reale, wirksame Verbindung schafft, eröffnet auch der Glaube eine neue Dimension. Wer sich darauf einlässt, erhält Zugang zu etwas, das trägt und Orientierung gibt – eine Einladung an die Konfirmandinnen und Konfirmanden, diese Verbindung im eigenen Leben aktiv zu nutzen.
Sieben stolze Konfirmanden
4. Mai 2026
Text:
Dirk Eisenbach,
Karsten Kühnle
Fotos:
Christoph Becker
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