Ein besonderer Gottesdienst führte die Gemeinden Bad Homburg und Friedrichsdorf am Nachmittag des 25. Oktober 2026 zusammen. Apostel Gert Opdenplatz verabschiedete den bisherigen Bad Homburger Gemeindevorsteher und beauftragte den bisherigen Stellvertreter mit der Leitung der Gemeinde. Ein Wechsel, der Abschied und Neubeginn miteinander verband.
Gottes Liebe bleibt
Dem Gottesdienst lag das bekannte Bibelwort aus Johannes 3,16 zugrunde: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben." Apostel Opdenplatz erinnerte an das Gespräch Jesu mit Nikodemus und stellte den Glauben an die Auferstehung als wesentlichen Bestandteil des christlichen Glaubens heraus. Entscheidend sei dabei nicht allein, die vertrauten Worte des Glaubens zu kennen und wiedergeben zu können. Der Glaube an die Auferstehung müsse im Herzen verankert sein und in der Seele leben. Das Bibelwort lud er dazu ein, ganz persönlich zu verstehen: Gott liebt jeden einzelnen Menschen. Vieles im Leben verändere sich und sei vergänglich – Gottes Liebe dagegen bleibe. Sie gebe Halt und richte den Blick auf das Ziel des Glaubens, die Begegnung mit Jesus Christus.
Erlösung, Heil und Frieden
Die Liebe Gottes zu allen Menschen gelte über die Grenzen des irdischen Lebens hinaus. Durch Jesus Christus seien Erlösung, Heil und Frieden möglich geworden. Gerade im Vorbereitungsgottesdienst auf den Entschlafenengottesdienst am kommenden Sonntag weitete Apostel Opdenplatz den Blick auch auf die Menschen in der jenseitigen Welt. Priester Kühnle griff die drei Worte „Erlösung, Heil und Frieden" im Rahmen der Vorbereitung auf die Sakramente noch einmal auf. Im Heiligen Abendmahl werde die Botschaft persönlich erfahrbar: Leib und Blut Jesu seien „für dich gegeben". Das Abendmahl bezeichnete er als Kraftquelle auf dem Weg zum ewigen Leben.
Dank für siebeneinhalb Jahre Gemeindeleitung
Der bisherige Gemeindevorsteher Colin Tritt nahm in seinem Predigtbeitrag den Gedanken von Veränderung und Beständigkeit auf. Nach siebeneinhalb Jahren als Vorsteher und über 14 Jahren in der Kirchengemeinde ende für ihn eine prägende Zeit. Er dankte den Gemeindemitgliedern, den Geistlichen und seinen Wegbegleitern für das Wohlwollen und die Unterstützung. Die ehrenamtliche organisatorische und seelsorgerische Verantwortung habe er trotz mancher Herausforderungen nie als Belastung empfunden. Zugleich richtete er den Blick nach vorn: Das Evangelium werde weiter verkündet. Für seinen bisherigen Stellvertreter und künftigen Nachfolger als Gemeindevorsteher fand er sehr persönliche Worte. Er freue sich für die Gemeinde und sei überzeugt, dass Priester Kühnle es der Gemeinde leicht machen werde, den Glauben zu bewahren und weiterzuentwickeln. Sein Wunsch sei, gemeinsam weiter daran zu arbeiten, dass die Gemeinde für alle ein Zuhause bleibt.
Neue Verantwortung für die Kirchengemeinde
Im Zusammenhang mit dem Wechsel griff Apostel Opdenplatz den Gedanken von „Knechten" und „Freunden" auf: Ein Knecht wisse nicht, was sein Herr tue; Freunden dagegen werde anvertraut, was geschehe. Damit stellte er den Dienst der Amtsträger in den Zusammenhang der vertrauensvollen Beziehung zu Jesus Christus. Mit dem Bibelwort aus Philemon 1,7 brachte er seine Wertschätzung für den Dienst des bisherigen Gemeindevorstehers zum Ausdruck. Er dankte ihm herzlich für sein Engagement und würdigte die gesegnete Entwicklung der Gemeinde unter seiner Leitung. Dabei bezog er ausdrücklich auch dessen Frau und Kinder ein, die vieles gemeinsam mit der Gemeinde erlebt, mitgetragen und das Gemeindeleben auf ihre Weise mitgeprägt haben. Für den neuen Vorsteher wählte er kein Bibelwort, sondern Worte aus einem Lied: „Jesus, der du bist alleine, Haupt und König der Gemeinde ...". Mit der Aufgabe als Vorsteher sei Einfluss verbunden – nicht als Macht, sondern als Verantwortung, die Gemeinde im Geist Jesu Christi zu begleiten. Anschließend beauftragte Apostel Opdenplatz Priester Kühnle als neuen Gemeindevorsteher von Bad Homburg.
Gemeinsam durch Abschied und Neubeginn
Der Gottesdienst fand zu ungewohnter Zeit um 15 Uhr statt und war sehr gut besucht. Neben der gesamten Bezirksleitung waren auch mehrere Vorsteher aus den Gemeinden des Bezirks anwesend; viele weitere Glaubensgeschwister und Freunde der Kirche nahmen über die Internetübertragung teil. Chor und Orchester der Gemeinden Bad Homburg und Friedrichsdorf gestalteten den Gottesdienst gemeinsam musikalisch. Einen weiteren besonderen Moment bildete die Heilige Versiegelung eines Kindes.
Nach dem Gottesdienst blieb noch viel Zeit für Begegnungen und Gespräche. Im Vorraum warteten bereits Speisen und Getränke. Der scheidende Gemeindevorsteher und seine Familie konnten sich zum Abschied über zahlreiche Präsente und viele persönliche Gedanken aus der Gemeinde freuen. So klang ein Nachmittag aus, an dem Abschied und Neubeginn eng beieinanderlagen – und zugleich spürbar wurde, was bei aller Veränderung bleibt: der gemeinsame Glaube und die Verbundenheit als christliche Gemeinde.
Apostel Opdenplatz mit allen Amtsträgern der Gemeinde Bad Homburg
29. Oktober 2026
Text:
Dirk Eisenbach,
Ulrike Osthoff
Fotos:
Christoph Becker
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