„Sei mutig und stark und fürchte dich nicht“ – mit diesem Lied begann der Kindergottesdienst am Sonntag, 25. Oktober 2026, in Bad Vilbel. Schon die ersten Töne machten deutlich, worum es im Gottesdienst gehen sollte: um Mut, Vertrauen und darum, sich auch in schwierigen Momenten von Gott getragen zu wissen.
Die Priesterin und die Diakonin nahmen die Kinder mit in ganz alltägliche Situationen. Muss man mutig sein, wenn man eine Spritze bekommt? Und wie ist es, wenn man allein im Dunkeln ist? Die Kinder überlegten gemeinsam, ob es in solchen Momenten Mut braucht.
Dabei wurde schnell deutlich: Was für den einen Mut erfordert, ist für jemand anderen vielleicht gar nicht so schlimm. Jeder Mensch empfindet Situationen anders. Auch in der Bibel gibt es Menschen, die besonderen Mut brauchten und dabei fest auf Gott vertrauten.
Um der Frage nach Mut und Gottvertrauen altersgerecht nachzugehen, teilte sich die Gruppe: Während die Kinder der Vor- und Sonntagsschule bei der Priesterin blieben, gingen die älteren Kinder aus Religions- und Konfirmandenunterricht mit der Diakonin in einen Nebenraum.
Eine Geschichte zum Miterleben
Die Priesterin erzählte den jüngeren Kindern die biblische Geschichte von Daniel in der Löwengrube. Dazu wurden Bilder auf der Leinwand gezeigt, die das Geschehen anschaulich machten. Anschließend konnten die Kinder selbst ein wenig nachempfinden, wie es für Daniel gewesen sein könnte, in der Löwengrube zu sitzen.
Dicht beieinander saßen sie in ihrer eigenen kleinen „Löwengrube“. Erwachsene spannten rings um sie herum Decken auf, sodass die Kinder sich vorstellen konnten, wie es für Daniel gewesen sein musste, mitten in der Grube bei den Löwen zu sitzen. Sie durften die Augen schließen und sich ganz auf diesen besonderen Moment einlassen.
Aus einem Lautsprecher war lautes Löwengebrüll zu hören. Plötzlich war die biblische Geschichte ganz nah. Wie mag Daniel sich wohl gefühlt haben? War ihm mulmig zumute? Und was half ihm, in dieser gefährlichen Situation auf Gott zu vertrauen?
Was braucht Mut?
Auch die älteren Kinder beschäftigten sich mit der Geschichte von Daniel. Die Diakonin ließ in dem abgedunkelten Raum ebenfalls über einen Lautsprecher furchteinflößendes Löwengebrüll ertönen.
Anschließend fragte sie die Kinder, ob es in einer solchen Situation Mut brauche – und ob Daniel wohl aufgehört hätte zu beten, wenn er gewusst hätte, dass er in die Löwengrube geworfen würde. Die Kinder waren sich einig: Ja, in einer solchen Situation braucht es Mut. Und Daniel hatte richtig gehandelt, indem er an seinem Gebet festhielt
Gemeinsam sprachen sie darüber, wie Daniel auch in der bedrohlichen Situation seinem Glauben treu blieb. Danach lud die Diakonin die Kinder ein, von eigenen mutigen Momenten oder von Menschen zu erzählen, die sie als besonders mutig erlebt hatten. Das fiel zunächst nicht ganz leicht, sodass die Frage erst einmal zurückgestellt wurde.
Stattdessen teilte die Diakonin den Raum in zwei Hälften: eine Seite für Zustimmung, die andere für Ablehnung. Dann schilderte sie verschiedene Situationen aus dem Alltag. Nun waren die Kinder gefragt: Ist es mutig, vor der Klasse zum eigenen Glauben an Gott zu stehen, sich für einen Fehler zu entschuldigen oder sich gegen die Mehrheit zu stellen, um einem ausgegrenzten oder gehänselten Kind beizustehen? Zu jeder Situation bezogen die Kinder Stellung und bewegten sich spontan auf die Seite, die ihrer Einschätzung entsprach.
Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich Menschen Mut erleben. Was für den einen eine große Herausforderung darstellt, fällt einem anderen leichter. Im anschließenden Gespräch ging es auch darum, dass niemand mit Ängsten und Herausforderungen allein bleiben muss. Gott kann man vertrauen und ihm alles erzählen wie einem guten Freund. Die Nähe zu Gott immer wieder zu suchen und im Gebet mit ihm verbunden zu bleiben, kann Kraft geben. Daniel hatte genau das getan.
Und wenn eine schwierige Situation gemeistert ist? Dann sollte man nicht vergessen, Danke zu sagen. Eines der Kinder brachte diesen wichtigen Gedanken ein. Dankbarkeit kann im Gebet Ausdruck finden, aber auch durch Taten: indem man anderen Gutes tut, dem Nächsten hilft oder sich in der Gemeinde einbringt.
Zum Abschluss blickten die Kinder noch einmal auf die Ausgangsfrage zurück. Dabei wurde deutlich, dass jedes Kind schon Situationen erlebt hatte, in denen Mut gefragt war. Das Vertrauen darauf, dass Gott an seiner Seite ist, kann jedem Menschen Kraft geben, sich auch künftigen Herausforderungen zu stellen.
Mut zur Ehrlichkeit
Anschließend kamen alle wieder zusammen, um gemeinsam das Heilige Abendmahl zu feiern. Dabei wurde das Thema Mut noch einmal von einer anderen Seite betrachtet: Manchmal braucht es Mut, die Wahrheit zu sagen und ehrlich zu sich selbst zu stehen. Dazu gehört auch, eigene Fehler einzugestehen und zu sagen: „Ja, das habe ich getan. Dafür übernehme ich Verantwortung.“
So wurde die Geschichte von Daniel in der Löwengrube zu einer Botschaft für den Alltag der Kinder: Mut bedeutet nicht, niemals Angst zu haben. Mut zeigt sich auch darin, trotz der Angst an Gott festzuhalten, für andere einzustehen, sich zu entschuldigen und zu den eigenen Fehlern zu stehen. Und es hilft, darauf zu vertrauen, dass Gott jeden Menschen begleitet und stärkt.
Nach dem Gottesdienst klang der Vormittag bei einem gemeinsamen Mittagessen aus. Anschließend traf sich der Kinderchor noch zu einer kurzen Probe. So blieb neben den vielen Gedanken über Mut und Glauben auch Zeit für Gemeinschaft und gemeinsames Singen.
Kindergottesdienst in Bad Vilbel
2. November 2026
Text:
Bärbel Bischoff
Fotos:
Sandra Escher,
Cecilia Mittelmann
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
