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Kindergottesdienst: Die Zukunft bleibt verborgen – Gottes Gedanken nicht

 

Was bringt der morgige Tag? Eine Antwort darauf hat kein Mensch. Umso tröstlicher ist die Zusage Gottes aus Jeremia 29,11: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung." Dieses Bibelwort stand im Mittelpunkt des Kindergottesdienstes am Sonntag, dem 14. Juni 2026, in Frankfurt-Höchst.

Der Kindergottesdienst begann traditionell: Ein Eingangslied, das gemeinsame Gebet und das Verlesen des Bibelwortes. Nach einer kurzen Begrüßung durch Priester Stephan teilten sich die Kinder in drei altershomogene Gruppen auf. Der Grundgedanke dahinter: Glauben wird dann verständlich, wenn er auf Augenhöhe vermittelt wird und die Lebenswelt der jeweiligen Altersgruppe widerspiegelt.

Ein geschützter Ort für die Jüngsten

Anschaulich und spielerisch ging es bei den Drei- bis Sechsjährigen zu. Gemeinsam mit Schwester Sina zogen sie in den Raum der Vorsonntagsschule. Dort wartete als besonderes Anschauungsobjekt: zwei Strandmuscheln, gemütlich ausgestattet mit Decken und Kissen. 

Zum Einstieg wählte sie die Geschichte vom kleinen Papagei Piep, der bei einem Sturm große Angst hatte, dass sein Nest aus dem Baum fallen könnte. Die Brücke zum Bibelwort war schnell geschlagen: Gott nimmt den Menschen die Stürme des Lebens nicht immer sofort weg – aber er bietet ihnen mitten im Alltag eine sichere Zuflucht. Wie in der schützenden Strandmuschel dürfen sich Kinder und Erwachsene bei ihm geborgen fühlen.

Als Erinnerung bastelten die Kinder aus einfachen Streichholzschachteln ihre persönliche „Schachtel der Geborgenheit". Das Geheimnis lag im Inneren: Auf dem Boden der Schachtel klebte ein kleiner Spiegel, ergänzt durch die Botschaft: „Hier siehst du jemanden, den Gott lieb hat!" Wer die Schachtel öffnete, blickte in sein eigenes Gesicht und verstand sofort: Gottes Gedanken des Friedens gelten jedem Menschen – ganz persönlich.

Das Unsichtbare im Rampenlicht

Im Kirchenschiff blieben derweil die Sechs- bis Neunjährigen gemeinsam mit Priester Sven. Sie gingen der spannenden Frage nach: Können wir die Zukunft voraussagen? Anhand der Geschichte des fiktiven Jungen „Tom" durften die Kinder immer wieder überlegen, wie es weitergeht. Wer eine Vermutung hatte, musste sich zu einer bestimmten Seite im Raum bewegen. Doch am Ende zeigte sich: Niemand wusste, wie die Geschichte ausgehen würde. Oder doch? 

Priester Sven löste das Geheimnis auf: Er selbst kannte den Ausgang, denn er hatte die Geschichte geschrieben. Das schlug die Brücke zum Volk Israel im babylonischen Exil. Um das Jahr 600 v. Chr. lebten viele Israeliten fern ihrer Heimat und blickten voller Unsicherheit in die Zukunft. Genau in diese Situation hinein ließ Gott durch den Propheten Jeremia die Zusage von Zukunft und Hoffnung verkünden. Die Verheißung bedeutete nicht die sofortige Lösung aller Probleme, wohl aber die Gewissheit, dass Gott sein Volk nicht vergessen hatte.

Mit einem Buch veranschaulichte der Priester diese Gedanken. Die ersten, beschriebenen Seiten standen für das bereits gelebte Leben: Familie, Kindergarten und Schule. Dann folgte eine scheinbar leere Seite für den morgigen Tag. Was wird geschehen? Das wusste niemand. Doch unter dem Licht einer UV-Lampe wurde sichtbar, was zuvor verborgen geblieben war: „Ich habe gute Gedanken über dich." Die Seite war also nur scheinbar leer gewesen.

So ist es auch im Leben jedes Einzelnen: Der Mensch kennt seine Zukunft nicht – Gott aber kennt den Weg und begleitet ihn. Als Erinnerung erhielten die Kinder einen eigenen UV-Stift mit Lampe. Eine passende Suchaufgabe war zudem in der Kirche versteckt und wartete darauf, nach dem Gottesdienst entdeckt zu werden.

Entscheidungen auf dem Lebensweg

Praktisch wurde es unterdessen im Nebenraum. Hier versammelten sich die Zehn- bis Vierzehnjährigen mit Priester Stephan. Gemeinsam bauten sie einen Parcours aus Stapelsteinen, der sich in drei Richtungen gabelte. 

Beim Überqueren wurden die Teenager mit konkreten Alltagssituationen konfrontiert und mussten sich entscheiden: „Was machst du? Schaust du weg oder hilfst du deinem Mitschüler? Sagst du die Wahrheit oder flüchtest du dich in eine Lüge? Lernst du für die Arbeit oder triffst du Freunde?" 

Schnell wurde allen klar: Das Leben verläuft selten geradlinig – es kennt viele Abzweigungen. Und nicht jede Entscheidung fällt leicht. Doch die Zusage steht: „Gott bleibt an deiner Seite." Er ist und bleibt der beste Begleiter und Ansprechpartner bei allen Lebensentscheidungen.

Gemeinsamer Abschluss 

Nach der intensiven Beschäftigung mit dem Bibelwort kamen alle Gruppen wieder im Kirchenschiff zusammen. Gemeinsam feierten sie das Heilige Abendmahl und erlebten Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Mit dem traditionellen Bewegungslied „Hallelu" fand der Gottesdienst einen fröhlichen Abschluss. Doch damit war der Tag noch nicht vorbei: Beim anschließenden Beisammensein mit Würstchen, Laugengebäck und weiteren Leckereien klang der Vormittag in herzlicher Gemeinschaft aus.

Zurück bleibt eine Botschaft, die weit über diesen Sonntag hinausreicht: Die Zukunft bleibt für Menschen verborgen – Gottes Gedanken des Friedens jedoch nicht. Er begleitet Menschen auf ihrem Weg und schenkt Zukunft und Hoffnung für jeden neuen Tag.

17. Juni 2026
Text: Bärbel Bischoff
Fotos: Patrick Makarowski , Janika Makarowski

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