Es liegt auf der Hand, dass Priester Saur, der Vorsteher, diese zu Beginn gestellte Frage nicht unbeantwortet lässt. Doch zunächst stellt er in den Mittelpunkt, was eigentlich gefeiert wird. Gott ist Liebe, und daraus leitet er ab: Jeder, der geliebt wird, erlebt Gott! Auch das Brautpaar wird nicht sagen können, wann aus Begegnung, aus Interesse am anderen, aus Zuneigung Liebe wurde – und doch geschah es, ein Geschenk und Geheimnis Gottes. „Und diese Liebe feiern wir heute.“
Zurück zur Anfangsfrage. Im Eingangslied an diesem 5. September 2026 singt die große Gemeinde, dass „unser Festtag“ gekommen sei. Doch der erste Vers von Lied 321 beginnt so: „Gott, unser Festtag ist gekommen …“ – das bezieht ihn also mit ein, er ist der, der gebeten wird: „Teil gnädig deinen Segen aus und fördere Beruf und Haus.“
„Ihr seid füreinander geschaffen!“ Das macht der Vorsteher deutlich an den beruflichen Werdegängen, die nach manchen Umwegen schließlich dazu führen, dass Lena und Trutz sich in Frankfurt kennenlernen. Und der, der dies alles so fügte, will ihnen auch göttliche Gedanken für die künftigen Tage mitgeben.
Die stellt Priester Saur unter das Wort aus Psalm 73, 23-24: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an“. In einer anderen Übersetzung liest sich der erste Satz so: „Dennoch gehöre ich zu dir …“. Bezogen auf das Brautpaar übersetzt der Vorsteher das so: Einer sage stets zum anderen: Ich gehöre zu dir. Das vertieft dieses Gefühl: Wir gehören zusammen. Das Halten an der rechten Hand ist Ausdruck einer starken und liebenden Verbindung zueinander, und in allen Tagen möge einer dem anderen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Einander annehmen, wie man ist, auch mit seinen Ecken und Kanten, sei ein ständiges Bemühen.
Nach dem übermittelten Segen, dem Schlussgebet und Schlusslied lud das Brautpaar alle Anwesenden bei schönstem Wetter im Hof der Kirche zu einem Empfang ein, der gerne angenommen wurde.
Das Brautpaar zu Beginn des Tarugottesdienstes
17. September 2026
Text:
Fritz Nicolaus
Fotos:
Wolf Idler
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