Beim Gottesdienst am Mittwochabend, 7. Oktober 2026 stand ein Wort aus dem 1. Johannesbrief 4,14 im Mittelpunkt: „Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt.“ Bezirksleiter Hirte Groß nahm die Gemeinde mit auf die Frage, was es heute bedeutet, Jesus Christus als Erlöser zu bekennen. In einer Co-Predigt wurde der Gedanke der Beziehung zu Gott und zum Nächsten vertieft.
Der Chorgesang zu Beginn des Gottesdienstes „Ich weiß ja zum Segen die Tür – Herr Jesus, oh öffne sie mir“ griff den Wunsch der Gemeindemitglieder auf, das Herz für das Wort Gottes und die Botschaft des Abends zu öffnen.
Ein Erlöser, der den Menschen nahekommt
Bezirksleiter Hirte Groß stellte zunächst fest, dass der Wunsch nach einem Erlöser gerade in Krisenzeiten besonders deutlich wird. Persönliche Sorgen, Unfrieden, Gewalt und Ungerechtigkeit in der Welt, Hunger und vieles mehr verstärken die Sehnsucht nach einer Macht, die für Veränderung sorgt.
Dabei erinnerte er daran, dass diese Erwartung nicht neu ist. Bereits in der Antike wurden Herrscher als „Erlöser der Welt“ dargestellt. Auch zur Zeit Jesu verbanden viele Menschen mit dem erwarteten Messias vor allem die Hoffnung auf politische Befreiung und neue Ordnung.
Verständnis und Liebe statt Macht
Jesus Christus erfüllte diese Erwartungen auf andere Weise. Er suchte die Nähe zu den Menschen und teilte ihren Alltag. Er begegnete Zachäus, den Kranken und gesellschaftlich Ausgegrenzten, und wandte sich auch seinen Gegnern zu. Die Predigt machte deutlich: Seine Sendung war nicht von Distanz und Machtdemonstration geprägt, sondern von Nähe, Gemeinschaft und Liebe.
Eigene Erwartungshaltung
Daraus ergab sich eine Frage, die jeden Einzelnen unmittelbar betraf: „Worum bitten und beten wir? Geht es vor allem um persönliches Wohlergehen, Gesundheit und Frieden im irdischen Leben? Oder steht die Beziehung zu Jesus Christus im Mittelpunkt?“
Entscheidend sei dabei auch, so wurde in der Predigt deutlich, wie sich das Bekenntnis zu Jesus im Alltag zeigt. Christlicher Glaube bleibt nicht auf Worte beschränkt, sondern wird im Umgang mit dem Nächsten sichtbar.
Beziehung statt Schubladendenken
Im Predigtteil der Priesterin wurde die Beziehung zwischen Mutter und Kind als Bild für die Gemeinschaft zwischen Gott und seinen Kindern aufgegriffen. Jesus verweist mehrfach auf Kinder als Beispiel für die ehrliche, aufrichtige Haltung, die Menschen gegenüber Gott einnehmen sollen. "Wer in das Reich Gottes eingehen wolle, müsse werden wie ein Kind." (Matthäus 18,3)
Sie erzählte eine Beobachtung aus dem Alltag: Ein Kind hatte intuitiv ausgesprochen, dass ein obdachloser Mensch für Gott doch genauso wertvoll sei wie ein reicher Mensch. Dieser einfache und doch so wertvolle Gedanke stellte die menschliche Neigung infrage, Menschen nach Besitz, Herkunft oder gesellschaftlichem Status zu beurteilen.
Wer Gott liebt, ist aufgerufen, auch den Nächsten zu lieben. Diese Botschaft knüpfte unmittelbar an das Bibelwort des Abends und die Einstimmung auf die Sündenvergebung und das Sakrament des Heiligen Abendmahls an.
Zum Abschluss richtete sich der Blick noch einmal auf die Wiederkunft Jesu Christi. Wer auf die Wiederkunft Jesu wartet, ist eingeladen, diese Erwartung bereits heute im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen – in der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus und im Umgang mit den Mitmenschen.
Weiterer Diakon für Bad Vilbel
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes bestätigte der Bezirksleiter Benno Herrmann für die Gemeinde Bad Vilbel als Diakon.
Auch wenn er bereits in den Herzen der Gemeindemitglieder „angekommen“ ist, bedurfte es neben seiner Bereitschaft, in zwei Gemeinden im Diakonenamt zu wirken, auch noch organisatorischer Vorbereitungen, denn er pendelt beruflich und privat zwischen Hessen und Berlin/Brandenburg und darf nun in den beiden Gebietskirchen Westdeutschland und Nord-/Ostdeutschland tätig sein.
7. Oktober 2026
Text:
Regina Hoffmann
Fotos:
Regina Hoffmann
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