Den Gottesdienst an Karfreitag feierte Bischof Kramer in Friedberg mit dem Bibelwort aus Markus 15, 39: „Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“
Am Beginn des Gottesdienstes stand eine Bibellesung zum Karfreitagsgeschehen aus Johannes 19, 16-30.
Bischof Kramer begann seine Predigt mit der eindrücklichen Aussage; „Jesu Leid ist erlösungsschaffend und dies geschah nicht einfach mal so „by the way“. Nochmal: Unser Leid ist es nicht, aber das Leid Jesu ist erlösungsschaffend. Darum solle man sich freuen und lachen, wann immer es Grund dazu gebe“.
Ausführlich ging der Bischof auf die Geschehnisse an Karfreitag ein. Der Gang zum Ölberg, zum Garten Gethsemane sei kein Gartenbesuch zum Ausruhen gewesen, sondern Jesu ging dort hin zum tiefgehenden Gebet und er war traurig, dass die Jünger einschliefen. Vor der Gefangennahme versprachen die Jünger noch: „Herr, wir gehen mit dir in den Tod.“ Aber als er gefangen genommen wurde, liefen sie davon.
Der Hauptmann aus dem Bibelwort, der von der jüdischen Religion, wahrscheinlich nur eingeschränkte Kenntnis hatte, kam zum Schluss: „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen.“ Woher kam diese Erkenntnis? Er hatte Jesu am Kreuz beobachtet. Jesus war ruhig, er schrie nicht vor Angst, er legte alles in Gottes Hand. Wenn man sich von der Gottesfurcht leiten lasse, könne man auch in schwierigen Situationen Ruhe behalten, ermunterte Bischof Kramer. So wie Jesu im Gebet nicht nur redete, sondern auch auf Antwort von seinem Vater wartete, möge auch heute jedes Gebet im Vertrauen auf die Antwort Gottes gebetet werden.
Jesu zeigte auch in den bittersten Stunden Liebe zu seinem Nächsten. Er gab die Zusage an einen der Übeltäter, dass er noch am gleichen Tag mit ihm im Paradies sei, er sorgte für seine Mutter und den Jünger, der mit unter dem Kreuz war. Daran möge man sich doch gerne auch in Bedrängnissen ein Beispiel nehmen.
Der Gemeindevorsteher, vertiefte den Gedanken, mit Jesu unters Kreuz zu gehen, und bis zuletzt nachzufolgen. Man solle von Jesus Christus nicht in der Vergangenheitsform sprechen, denn „Ja, er war Gottes Sohn – aber lasst uns immer erkennen: Er ist Gottes Sohn und er wird wiederkommen.“, so Priester Feyerabend.
Bischof Kramer, erläuterte vor der Feier des Heiligen Abendmahls, dass Jesus das Brot nahm und brach, den Kelch nahm und segnete und dem Ersten reichte. Er habe nicht gesagt, er solle ihn austrinken. Nein, Brot und Kelch wurden weitergegeben zum Gemeinschaftsmahl. So bestehe auch heute die Möglichkeit, dieses Opfer als Gemeinschafts- und Gedächtnismahl zu genießen.
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