Ein ganz besonderer Gottesdienst fand am Sonntag, den 18. Mai 2025, in Frankfurt-Höchst statt. Die Zwillinge Maximilian und Constantin gelobten Gott ihre Treue und übernahmen die Verantwortung über ihren Glauben.
Priester Andreas Rother feierte den Konfirmationsgottesdienst mit dem Bibelwort aus Philipper 2,4: „Und ein jeder sehe nicht [nur] auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“
Ausgehend vom Lied der Sänger „Ins Wasser fällt ein Stein“ griff der Priester das Bild auf und erläuterte, dass sich um den Stein im Wasser Wellen ausbreiten. Er betonte, dass diese Wellen unterschiedlich groß sein können – mal seien es mächtige, große Tsunami-Wellen und mal eher kleine, fast unscheinbare Bewegungen. Er betonte, dass die eigenen Handlungen und Entscheidungen wie der Stein im Wasser Wellen schlagen würden, die Auswirkungen hätten. „Welche Wellen wir verursachen, entscheiden wir selbst, […] und das gibt uns eine Verantwortung.“ Diese Verantwortung sei auch im Bibelwort erwähnt.
Verantwortung: auch auf andere achten
Apostel Paulus betonte im Brief an die Philipper die Bedeutung der Gemeinschaft und rief dazu auf, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Er forderte die Gläubigen auf, nicht nur auf das eigene Wohl zu achten, sondern auch das Wohl der Mitmenschen im Blick zu behalten. Wer nur auf sich selbst achte, konzentriere sich ausschließlich auf seine eigenen Interessen, Besitztümer oder Vorteile – ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse und das Wohlergehen anderer.
Priester Rother rief dazu auf, den eigenen Blick für andere Menschen zu öffnen und sie nicht zu verurteilen, sondern zu verteidigen und zu integrieren. Dabei hob er besonders die Menschen hervor, die sich nicht dem Mainstream entsprechend verhalten und betonte, dass sie in die Mitte aufgenommen werden sollen. Das Achten auf den Nächsten betrifft vor allem das Leid: Wenn man auf andere achte, könne man sich mitleidend an ihre Seite stellen, mit ihnen weinen und gemeinsam beten. Das Mitfühlen beschränke sich jedoch nicht nur auf negative Gefühle; auch das Mitfreuen bei Erfolg sei heutzutage ein wichtiger Aspekt. Das aufeinander Achten sei nicht immer leicht und koste Kraft.
Superkraft: Liebe
In der Heiligen Versiegelung wurde den Gläubigen die Kraft des Heiligen Geistes geschenkt. Priester Rother verglich diese Kraft mit einer Superkraft, die in den Gläubigen hineingelegt wurde und zitierte Apostel Paulus, der beschreibt, dass Gott „die Kraft der Liebe ausgeschüttet habe“ (vgl. Römer 5,5). Der Priester betonte die Bedeutung dieser Kraft und forderte die Gläubigen und insbesondere die beiden Konfirmanden auf, sie zu nutzen: „Jetzt müsst ihr diese Superkraft nur in euch aktivieren, dann fällt es euch leicht, nicht nur auf euch zu achten, sondern auch auf das, was dem anderen hilft.“
Was würde Jesus tun?
Nach dem Chorlied „Eine kleine Leuchte“ ergänzte der „zukünftige Jugendleiter der Konfirmanden“ die Predigt. Der Priester erinnerte sich an den Comic-Superhelden „Green Lantern“, der mit Hilfe eines Ringes versucht, Gutes zu tun. Dabei verstärkt die Laterne die Superkräfte des Helden.
Der Superheld habe zunächst ein normales Leben geführt. Sein Blick habe sich jedoch von heute auf morgen verändert. Die Veränderung, dass man Dinge nach und nach anders sehe, würden auch die Konfirmanden erleben. Der Priester ermutigte, dass man wie Jesus den Menschen sehen solle. Jesus habe immer den Wert und die Würde des Nächsten gesehen. Diese Sichtweise sei nicht immer leicht: Obwohl Jesus von Judas verraten wurde, liebte er ihn: „Versucht, dem Nächsten ihr Unrecht zu vergeben, auch wenn es heute und morgen noch nicht sofort geht.“
Sündenvergebung und Sakrament
Es gäbe immer Augenblicke, in denen man den Anderen übersehe oder sogar verletze und nicht in Liebe begegne, so Priester Rother. Man habe dann seine „Superkräfte“ nicht ausreichend eingesetzt. Dies führe dazu, dass man sich von Gott als die „Quelle der Superkräfte“ entferne. Um wieder in die Nähe Gottes zu gelangen, gäbe es die Möglichkeit der Sündenvergebung. In der Feier des Heiligen Abendmahls werde dann die Kraft der Liebe wieder gestärkt, um auch mit dem Nächsten wieder ins Reine zu kommen.
Nach der Sündenvergebung sang zunächst der Chor das Lied „Komm her, freu dich mit uns“ zur Vorbereitung auf die Konfirmation. Währenddessen traten die Konfirmanden Maximilian und Constantin vor den Altar. Zunächst las die zukünftige Jugendleiterin der beiden, ihnen den Brief des Stammapostels Jean-Luc Schneider, dem Leiter der Neuapostolischen Kirche International, vor. Dann war der große Moment endlich gekommen.
Schritt zwischen Kindheit und Erwachsenensein
In der Ansprache zur Konfirmation zeigte Priester Rother das Bild eines Bahnsteigs, auf dem deutlich „Mind the Gap“ stand. „Mind the Gap“ sei ein englischer Ausdruck, der ursprünglich aus dem Londoner Nahverkehr stamme und die Menschen daran erinnere, vorsichtig zu sein, wenn sie die Lücke zwischen Bahnsteig und Zug überqueren. Übertragen auf die Konfirmation könne man diesen Ausdruck als eine Metapher sehen, die auf den bevorstehenden Übergang hinweise: „Jetzt seid ihr noch auf dem Bahnsteig der Kindheit. In wenigen Augenblick seid ihr über die Lücke hinweggeschritten und seid Erwachsene im Glauben und eigenverantwortliche Christen.“
Die beiden Konfirmanden würden nun diese Verantwortung übernehmen und ihre Ziele bestimmen und entscheiden, wie sie dorthin gelangen. Dabei sei Orientierung essenziell. Priester Rother zeigte auf den im Blumenschmuck eingearbeiteten Kompass und erklärte, dass Kompasse Orientierung geben. Er ermutigte die Jugendlichen, die Liebe, von der heute gesprochen wurde, als ihren persönlichen Kompass zu nutzen. Während „der Fahrt“ werden sie Wegbegleiter an ihrer Seite haben: Eltern und Freunde. Vielleicht werde es Situationen geben, in denen sie feststellen, dass nicht alle Freunde gut für sie seien. Deshalb wünschte der Priester ihnen, mit der Kraft der Liebe schnell die falschen Freunde zu erkennen. Denn mit dieser Kraft können sie Gutes von Schlechtem unterscheiden. Als wichtigsten Wegbegleiter riet der Priester ihnen, Jesus mitzunehmen.
Glückwünsche und Geschenke
Nach der Segenshandlung wurde das Heilige Abendmahl gefeiert, gefolgt vom Schlusssegen. Im Anschluss hatten die beiden Konfirmanden die Gelegenheit, die Glückwünsche der gesamten Gemeinde entgegenzunehmen. Eine besondere Überraschung bereitete die Jugend der Gemeinde: In einer Sprachnachricht an die Zwillinge hießen sie die beiden im Kreis der Jugend willkommen und luden sie zu ihrem nächsten Treffen ein. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Umtrunk, bei dem die jungen Christen die Gemeinde mit Sekt und Orangensaft einluden, um den festlichen Anlass gebührend zu feiern.
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
