Apostel Gert Opdenplatz hielt am Sonntag, dem 22. Juni 2025 einen Festgottesdienst in der Kirche Frankfurt-West und versetzte den Bezirksevangelisten und stellvertretenden Leiter des Kirchenbezirkes Frankfurt am Main, Klaus Heubach, in den Ruhestand.
Zu dieser besonderen Feierstunde waren die Mitglieder aus neun Gemeinden eingeladen. Auch Freunde und Wegbegleiter des Bezirksevangelisten ließen es sich nicht nehmen, nach Frankfurt zu kommen und den Gottesdienst mitzuerleben. Die weiteren sieben Gemeinden des Bezirks konnten den Gottesdienst live via IPTV miterleben.
Grundlage für den Gottesdienst
Apostel Opdenplatz legte dem Predigtteil ein Bibelwort aus 1. Timotheus 3,14.15 zugrunde: „Dies schreibe ich dir und hoffe, bald zu dir zu kommen; wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit.“
Kerngedanken der Predigt
Der Apostel ging in seiner Predigt zunächst auf ein Wort aus dem Psalm 62,9 ein: „Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus.“ Bezugnehmend auf das Wort berichtete er, dass er so viele Zuschriften vor dem Gottesdienst erhalten habe, wie selten zuvor. Da war viel von Sorge, Leid und Traurigkeit die Rede, aber auch davon, dass es „momentan gut läuft“. Dazu fügte der Apostel ein Zitat aus dem Lied 205 GB an. Dort heißt es in der ersten Strophe: „Es mag sein, dass alles fällt, dass die Burgen dieser Welt um dich her in Trümmer brechen. Halte du den Glauben fest …" Aus diesem Grund habe er das Eingangslied 103 gewählt, aus dem alle gemeinsam gesungen haben: „Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, lass mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen.“
In einem Interview mit dem Stammapostelhelfer Helge Mutschler habe er gelesen, so der Apostel weiter, dass dieser gefragt wurde, wie er sich die ideale Gemeinde im Bild vorstellen würde– als Golfplatz oder als Blumenwiese? Daraufhin habe der Stammapostelhefler geantwortet: Als Blumenwiese. Mit aller Verschiedenheit. Mit Rosen, Lilien, Grashalmen und Kleeblättern, aber auch mit Disteln. Gott vergisst niemanden, auch dich nicht. Alle gehören dazu – auch die Disteln.
Apostel Paulus schreibt an Timotheus „Wenn ich später komme…“ und gibt dann die Verhaltenshinweise: „dann halte dich zur Gemeinde.“– „Auch heute ist die Gemeinde der Pfeiler in unserem Glaubensleben. Das ist hier und heute in Frankfurt-West so, das ist im Bezirk so und gelte auch für die Gemeinde des Herrn weltweit! Die Aufgabe der Gemeinde sei Gott zu lieben und den Nächsten. Und dann gäbe es auch ergänzende Dienste. Aber die Gemeinde Gottes sei noch mehr! Eine Säule im Haus ist auch, dass hier die Wirklichkeit Gottes wahrgenommen werden könne. „Wie sehen wir das?“ so der Apostel weiter. „Sehen wir auf Äußerlichkeiten? Wir wollen die Gaben in der Gemeinde wertschätzen. Es ist schön, wenn wir Mitmach-Gemeinden haben und jeder seine Gaben einbringen kann. In der Urkirche war die Hauptaufgabe, das Evangelium wahrhaft weiterzugeben. Und heute ist es die Reinhaltung des Evangeliums.“
Der Apostel ging auch noch einmal auf den Pfingstgottesdienst des Stammapostels ein, der die Situation geschildert hatte, dass in vielen Sakristeien ein Bild von ihm aufgehhängt sei. Und beim Blick auf dieses Bild zeige doch der Spiegel, dass die Zeit nicht stehengeblieben sei. „Wie sehen wir im Spiegel des Evangeliums aus? Ist eine gewisse Annäherung zu Jesus festzustellen? In der Herrlichkeit werden wir ihm gleich sein. Und diese Gestaltung dorthin geschieht durch Wort und Sakrament.“ Der Apostel zitierte auch noch einmal den Stammapostelhelfer aus dem Pfingstgottesdienst: „Weißt du eigentlich, wie schön du bist? So schön, dass du erwählt wurdest und dein Nächster auch!“
Bezirksevangelist Klaus Heubach wurde nach dem Predigtteil des Apostels zum Mitdienen aufgerufen. Er griff den Gedanken noch einmal auf: „Wie schön bist du? Wie schön ist deine Gemeinde? Was mache ich daraus? Wir wollen nachfolgen!“ Die Gemeinde sei eine Betgemeinde, von Jesus gegründet. „Sie lebt, weil sie glaubt“, so der Bezirksevangelist weiter. „Darüber hinaus ist die Gemeinde auch eine Versöhnungsgemeinde und eine Gemeinde, in der Sündenvergebung erlebbar ist. Wir wollen so handeln, dass wir vergeben und aufeinander zugehen. Dabei sind wir keine Ersttäter, sondern Wiederholungstäter: Aber bei Gott finden wir immer neu Gnade. Wir sind eine Abendmahls- und Segensgemeinde.“
Der Bezirksevangelist endete mit dem Dank für die An- und Aufnahme in den Gemeinden und richtete auch einen besonderen Dank für die Unterstützung an seine Familie und an seine Eltern, die für ihn das Fundament für seinen Glauben gelegt hatten und bat darum, dass man zukünftig für ihn und seine Frau beten möge!
Evangelist Schäfer, Leiter des Kirchenbezirkes Wiesbaden, wurde im Anschluss gebeten, die Gemeinde auf die Feier des Heiligen Abendmahls vorzubereiten. Dabei griff er unter anderem auch noch einmal das Bild des Spiegels auf. „Man sieht dabei, wie man aussieht und hat den Wunsch nach Veränderung, nach Verbesserung. Werde ich das schaffen? Dann kommt vielleicht einmal der Gedanke: Ich muss zum Friseur. Dann teilt man dort seine Wünsche mit, gibt vielleicht sogar Anweisungen. Gott braucht für eine Veränderung zum Guten keine Anweisung!“ Der Evangelist stellte abschließend die Frage in die Gemeinde: „Weißt du eigentlich, wie schön du gleich wieder nach der Sündenvergebung und dem Heiligen Abendmahl sein wirst? Wie schön die Abendmahlsgemeinde gleich wieder sein wird?“
Nach dem Predigtteil, feierte der Apostel im Anschluss an das Gebet „Unser Vater“ und der ausgesprochenen Sündenvergebung mit der Festgemeinde das Sakrament des Heiligen Abendmahls.
Ansprache zur Ruhesetzung und weitere Amtshandlungen
Zur Ruhesetzung verlas der Apostel Auszüge aus den Schreiben, die der Bezirksapostel sowie die Bezirksämter des Kirchenbezirkes Frankfurt verfasst und dem Apostel zugeleitet hatten. In diesen Schreiben wurde die Amtstätigkeit des Bezirksevangelisten sowie das harmonische und segensreiche Wirken in über 47 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit gewürdigt und ihm und seiner Frau besondere Wünsche für den Ruhestand ausgesprochen.
Als weitere Handlung wurde Bezirksevangelist Blum als Vorsteher der Gemeinde Bad Vilbel entlastet und mit Priester Daniel Schütrumpf ein neuer Vorsteher beauftragt. Darüber hinaus empfing Diakon Marcel Lang aus Friedberg das Priesteramt.
Wegbegleiter für Viele – über 47 Jahre ehrenamtlicher Dienst
Klaus Heubach war seit dem 17. Mai 1978 ehrenamtlich als Amtsträger in der Neuapostolischen Kirche tätig. Das Diakonenamt trug er bis Ende Juni 1986, als er zum Priester ordiniert wurde. In der Zeit von 2001 bis 2003 war er als Evangelist und danach als Hirte für die Kirche tätig. Am 29. August 2010 empfing er das Bezirksevangelistenamt durch Bezirksapostel Koberstein in der Stadthalle Friedberg. In über 45 Jahren hat er in sehr vielen verschiedenen Aufgaben gewirkt und viele Kirchenmitglieder seelsorgerlich begleitet. Unter anderem leitete er von 2001 bis 2010 als Gemeindevorsteher die Gemeinde Bad Homburg – eine Zeit, in der eine enge und bis heute spürbare Verbindung dorthin gewachsen ist. Auch in den Gemeinden Oberursel und Friedrichsdorf war er jeweils rund drei Jahre als Gemeindevorsteher tätig.
Musikalische Begleitung und würdiger Rahmen
Die gut besuchte Kirche und ein speziell aus den eingeladenen Gemeinden zusammengestellter Chor verliehen dem Festgottesdienst einen besonderen und feierlichen Rahmen.
Heimatgemeinde in Bad Homburg
Klaus Heubach wird künftig der Gemeinde in Bad Homburg angehören. Er wird dort als Gemeindemitglied gemeinsam mit seiner Frau Petra und seiner Familie die Gottesdienste erleben und am Gemeindeleben teilnehmen.
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