Am Mittwoch, den 17. Dezember 2025 fand in der Neuapostolischen Kirche in Bad Homburg zusammen mit den Gemeinden Usingen und Friedrichsdorf ein feierlicher Gottesdienst unter Leitung von Apostel Gert Opdenplatz statt. Ein besonderer Höhepunkt war die Ordination einer Diakonin für die Gemeinde Usingen.
Zahlreiche Gläubige, Gäste, Freunde und Angehörige waren in die festlich geschmückte Kirche von Bad Homburg gekommen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Apostel Opdenplatz brachte zu Beginn seinen Wunsch zum Ausdruck, Freude zu empfinden und zwar trotz aller Widrigkeiten, vielleicht auch im persönlichen Umfeld. Freude, nicht als aufgesetzte Fröhlichkeit, sondern als innere Grundhaltung aus dem Wissen heraus: "Mein Leben liegt in Gottes Hand". Aus der Gewissheit, dass Gott führt, lenkt und segnet, entstehe eine Freude, die über alle Verhältnisse hinweg trägt.
Grundlage für die Predigt war ein Bibelwort aus Jesaja 12, Vers 3: „Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen, aus den Brunnen des Heils."
Der Apostel führte aus, dass zur Zeit des Bibelworts in der Gegend Wasser ein seltenes Gut war, das man sich erarbeiten musste. Es wurden Brunnen gegraben, aus denen man das Wasser schöpfte, das oftmals in entsprechenden Gefäßen mühsam über weite Strecken transportiert werden musste.
So begab es sich, dass Isaak in dieser Zeit mit großen Tierherden unterwegs war und seine Hirten und Knechte nach Wasser gruben, um sich und die Tiere zu versorgen. Jedoch wurde ihnen das Wasser der frisch gegrabenen Brunnen gleich zweimal von dort ansässigen Menschen streitig gemacht, weshalb sie den ersten Brunnen "Zank" und den zweiten "Streit" nannten. Erst das Wasser des dritten Brunnens konnten sie unbehelligt schöpfen, weshalb sie diesen "Weiter Raum" nannten.
Handelt es sich hierbei bloß um alte Geschichten, oder besteht hier vielleicht doch eine Verbindung in unsere Zeit?
Jesus bietet uns Wasser der Gnade, der Freude, des Evangeliums, das ewig reicht und immer und jederzeit zugänglich ist. Man muss es allerdings schöpfen, das heißt, man muss etwas tun, um es sich einverleiben zu können.
Eine Predigt ist keine Pille
In diesem Zusammenhang sprach der Apostel davon, dass eine Predigt kein Aspirin sei. Es reiche demnach nicht aus, sich einfach nur in den Gottesdienst zu setzen und eine Predigt zu hören und alles ist gut. Vielmehr ist es erforderlich, das Wort aufzunehmen und es zum Bestandteil von sich selbst werden zu lassen. So wie man ein Glas Wasser trinken und so in sich aufnehmen kann, verhält es sich auch mit dem Evangelium. Man muss erkennen, dass Gottes Geist mit der Aufforderung zu einem spricht, sich das Wort zu eigen zu machen und zur Tat werden zu lassen - und das lebensbegleitend.
Quellen nutzen und selbst Quelle sein
Anschließend sprach der Apostel davon, welche Wirkungen die Quellen des Heils, der Gnade, der Freude und des Evangeliums entfalten kann:
- Dem Traurigen bietet sie an: Schöpfe doch Trost!
- Dem Mutlosen bietet sie an: Schöpfe doch Zuversicht!
- Dem, der in Zweifel ist, bietet sie an: Lass dir doch den Glauben stärken!
- Dem, der sich in Ausweglosigkeit befindet, bietet sie an: Schöpf doch wieder Hoffnung!
Die Quelle Jesu ist unerschöpflich und wenn man sich das Evangelium einverleibt, kann man selbst zu einer Quelle des Heils für andere werden.
Kinder und Jugendliche sind eine Quelle des Heils und der Freude
Im Verlauf der Predigt sprach Apostel Opdenplatz immer wieder auch gezielt die anwesenden Kinder und Jugendlichen an und betonte, dass sie eine Quelle des Heils und der Freude seien, weil sie dabei bleiben und ohne Zukunftsangst mit Hoffnung und Zuversicht an Gottes Werk mitarbeiten.
Der Apostel beendete seine Predigt mit der Aufforderung an jedes einzelne Mitglied der Gemeinde:
"Trag dein Christsein weiter und leuchte an dem Platz, an den Gott dich als sein Kind hingestellt hat."
Danach rief der Apostel den Vorsteher der Gemeinde Frankfurt-Höchst, Priester Michael Bischoff, an den Altar
Schmeckt das angebotene Wasser auch?
Der Priester stellte eine Verbindung zur Kurstadt Bad Homburg mit ihren zahlreichen Quellen her, die man im Kurpark probieren kann und stellte im übertragenen Sinne die Frage, ob denn das Wasser, das wir in unseren Gottesdiensten angeboten bekommen, auch immer schmeckt.
Er betonte, dass selbst, wenn es mal nicht schmeckt, wir uns bewusst machen sollten, dass das von Gott angebotene Wasser unabhängig vom Geschmack immer das zeitgemäße und richtige ist. Er führte weiter aus, dass es manchmal auch Mühe machen kann, an dieses Wasser zu gelangen und dass wir uns deshalb davor hüten sollten, vermeintlich leichter zugängliche Brunnen zu nutzen.
Der Priester wies in diesem Zusammenhang am Ende seiner Predigt auf Hiob hin, der zwar mit Gott haderte und schimpfte, trotz aller Widrigkeiten aber nie aufhörte, Gottes Nähe zu suchen und mit ihm zu sprechen, wohlwissend, dass Heil und Hilfe nur von ihm kommen können.
Weiten Raum machen
Anschließend trat der Apostel wieder an den Altar und rief die Gemeinde dazu auf, Zank und Streit beizulegen und stattdessen doch mal "weiten Raum" für Versöhnung zu machen.
Er verwies er auf die Begebenheit mit Abraham und Loth. Obwohl für beide genug Land, Wasser und und auch sonst alles vorhanden war, gab es Streit zwischen den beiden. Dieser dauerte solange, bis Abraham Loth anbot, "willst du zur Rechten, geh ich zur LInken - willst du zur Linken, geh ich zur Rechten". Manchmal sei es einfach nicht möglich, einen Streit beizulegen. In einem solchen Fall ist es ratsam, eine "gesunde Distanz" einzunehmen, allerdings ohne den Anderen zu verurteilen und schlecht über ihn zu reden.
Jesu ruft jedem einzelnen Christen in diesem Zusammenhang zu:
- "Meine Gnade ist größer als deine Schwachheit"
- "Mein Friede ist stärker als dein Streit"
- "Aus meiner Gnade kannst Du Kraft schöpfen, damit du dich bemühen kannst, ein Stück weiter zum Frieden zu kommen"
Ordination einer Diakonin
Nach dem Abendmahl ordinierte der Apostel die Glaubensschwester Anja Reitmann-Lebeau zur Diakonin für die Gemeinde Usingen. Im Vorfeld der Ordination versicherte der Apostel, dass er fest daran glaube, dass sämtliche Ämter in der Kirche Christi von Gott ausersehen und von Aposteln ordiniert werden - und er betonte, dass dies kein Begleitsatz, sondern ernsthaftes Glaubensbekenntnis in der Neuapostolischen Kirche sei.
Der Apostel ging auf die Glaubensschwester zu und sprach von Rebecca, die zur Quelle hinabstieg, den Krug füllte und wieder heraufstieg. Nachdem sie erst dem Herrn zu trinken gegeben hatte, tränkte sie auch noch dessen Kamele. Daraufhin wurde sie von einem der Knechte gefragt, ob sie mit dem Herrn und seinem Gefolge weiterziehen wolle, was sie bejahte.
Ähnlich verhält sich das auch mit der Frage, ob man ein Amt in der Neuapostolischen Kirche bekleiden möchte. Apostel Opdenplatz wurde die Angst vor der Entscheidung im Vorfeld seiner eigenen Ordination zum Unterdiakon von einem Vorsteher genommen, indem dieser ihm sagte: "Amtsträger sein ist ganz einfach. Mach deine Hände auf, nimm, was du aus dem Apostolat bekommst, gib es den Geschwistern weiter und dann ist es gut".
Eine Ordination beinhaltet Vollmacht, Segnung und Heiligung, das heißt die Befähigung zur rechten Wortverkündigung in der Seelsorge und im Gottesdienst, also im Namen Jesu Christi reden und handeln zu dürfen.
Im Anschluss an die Ordination sprach der Apostel das Schlussgebet und danach hatten die Gottesdienstteilnehmer die Gelegenheit, sich vom Apostel zu verabschieden undd der frisch ordinierten Diakonin persönlich alles Gute für ihr neues Amt zu wünschen.
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