Zu Beginn seiner Predigt schildert der Bischof eine alte Begebenheit: Da will ein junger Mann aus Thüringen in Königsberg studieren. Auf der Reise dorthin, mitten im dreißigjährigen Krieg, wird er von Räubern überfallen und ausgeplündert. Dem jungen Mann wird alles genommen, mittellos und ausgehungert erreicht er das heutige Kaliningrad. Durch Vermittlung eines Pfarrers erhält er nach Wochen eine Anstellung als Hauslehrer bei einem Amtmann. Das führte Georg Neumark, denn um ihn handelt es sich, dazu, jenes Gedicht zu verfassen, das die Gemeinde am 28. Oktober 2026 zum Gottesdienstbeginn sang: „Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit …“
Damit schlägt der Bischof einen Bogen zu dem vorgelesenen Schriftwort aus Römer 8,25: „Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.“. Neumark stellte nicht den erlittenen Verlust, die erfahrene Ungerechtigkeit oder das lange Warten in den Mittelpunkt, sondern wechselte die Perspektive: Er hoffte auf das, was in seinen ersten Wochen in Königsberg nicht sichtbar war. „Das Unsichtbare ist nicht das Unwirkliche, sondern das Kommende. Hoffnung, die trägt, braucht aber einen Grund.“ Und dieser Grund besteht in der Sicherheit: Gott ist da!
Im Blick auf den kommenden Entschlafenengottesdienst zeigt der Bischof auf Menschen, die ihre Hoffnung auf sich gesetzt haben und zeit ihres Lebens nicht nach Gott fragten. Nun geht ein Hoffnungsschimmer durch die jenseitigen Bereiche und zeigt: Die Tür zur Erlösung ist offen!
Der Bezirksvorsteher, Hirte Groß, ändert in seinem Mitdienen das Eingangslied der Sänger etwas ab. Sang der Chor „Herr, Herr, du bist unsre Zuflucht …“ drängt sich ihm nach dem Tun des Bischofs auf: „Herr, Herr, du bist unsre Zukunft …“
In seinen abschließenden Worten plaudert der Bischof, wie er sagt, „aus dem Nähkästchen“. Im Laufe des Tages habe er eine Nachricht des Apostel erhalten, die so lautet: „GmbH – Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung“. Und diese Gemeinschaft besteht aus den sichtbaren Menschen sowie aus den für uns unsichtbaren, bereits verstorbenen Seelen, für die am kommenden Sonntag die Sakramente gespendet werden.
Bischof Schäfer besucht die "Mittwochsgemeinden"
30. Oktober 2026
Text:
Fritz Nicolaus
Fotos:
Sandra Escher
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
