Am Sonntag, dem 23. März, ging es in der Kirche Frankfurt-West im Kindergottesdienst für den ganzen Bezirk richtig bunt und lebendig zu! Unter dem Motto „Unser Vater“ erwartete die Kinder ein Gottesdienst, der garantiert in Erinnerung bleibt – schon allein wegen des geheimnisvollen Vorhangs mit betenden Händen, durch den alle Kinder ins Kirchenschiff eintauchten, sobald sie hereintraten. Mit lauter Kordeln an der Emporenbrüstung fixiert, bildete der Vorhang ein geheimnisvolles Entrée in die Welt des Glaubens, nicht nur für Kinder. Das war der Startschuss zu einem Vormittag voller Entdeckungen rund ums Beten.
Nach dem gemeinsamen Anfang mit Eingangslied und anschließendem Gebet begann Priester Björn den Predigtteil. Er erinnerte mit viel Herz und Humor daran, was „Betet ohne Unterlass“ bedeutet – nämlich jederzeit mit Gott zu sprechen, weil er immer für uns da ist. Anschließend teilten sich die Kinder in altersgerechte Gruppen auf:
Kinder 10 bis 14 Jahre
Die älteren Kinder (10–14 Jahre) tauchten, ihrem Alter entsprechend, gemeinsam mit Priester Björn tiefer in die Bedeutung des Gebets ein: Zunächst stellten die Kinder mit Hilfe eines Tennisballs das „Unser Vater“ zusammen, indem jeder, der den Ball fing, einen Satz beitrug. Diese wurden dann im Anschluss in die korrekte Reihenfolge gebracht. Im Folgenden fanden die Kinder heraus, dass es sich bei diesem Gebet ja um einen Teil der Bergpredigt handelt und Jesu Antwort auf die Bitte der Jünger „Lehre uns beten“ war. Sie stellten fest, dass ein Gebet folgende Punkte umfassen soll: Lobpreis, Dank, Bitte und Fürbitte. „Beim Beten sprechen wir mit Gott, unserem himmlischen Vater. Das gerät manches Mal in Vergessenheit, wenn wir gewohnheitsmäßig beten oder durch andere Dinge abgelenkt sind“, führte Priester Björn aus. Zum Schluss bat er die Kinder, das heutige „Unser Vater“ einmal besonders deutlich, laut und bewusst zu sprechen und sich vorzustellen, dass sie direkt mit ihrem himmlischen Vater reden.
Kinder 6 bis 9 Jahre
Die jüngeren Gottesdienstbesucher (6–9 Jahre) staunten nicht schlecht, als Diakonin Bärbel mit ihrem bunten „Unser Vater“-Handschuh auftauchte: Ein leuchtend gelber Daumen zeigte, wie kostbar Gott ist, darum stand er für den Teil, "Dein Name werde geheiligt", denn es ist doch klar, dass wir Gott als das Wertvollste heiligen wollen. Und der Daumen zeigt nach oben, also richten wir unser Gebet nach oben. Jedes Kind bekam einen buntbemalten Handschuh und konnte selbst ausprobieren, den gelben Daumen in die Luft zu strecken. Mit Fragen an die Kinder und vorbereiteten Plakaten, auf denen Textteile des „Unser Vater“ standen, erarbeitete diese Gruppe das altbekannte Gebet.
Der braun gefärbte Zeigefinger erinnert daran, dass wir Gott selbstverständlich auch um unsere Grundbedürfnisse bitten dürfen, aber wir wollen auch nicht vergessen, an die Bedürfnisse anderer zu denken. Wir lernten: Der Zeigefinger ist der Gemeinschaftsfinger, er zeigt auf Dich und mich.
Der rote Mittelfinger stellte Jesu Liebe und Vergebung in den Mittelpunkt unseres Lebens. So wie der Mittelfinger in der Mitte der Hand steht, so steht Jesus in unserer Mitte! Spätestens hier war klar: Beten kann richtig spannend sein! Vergebung aller Sünden und Kraft tanken aus dem Heiligen Abendmahl. Das ist Jesu Liebe.
"Und führe uns nicht in Versuchung", hierfür war der Ringfinger schwarz gefärbt, als Symbol dafür, dass viele böse Dinge um uns herum und auf der ganzen Welt geschehen und auch wir selbst uns manches Mal einen Ausrutscher leisten. Auch hierbei kann das Heilige Abendmahl die Kraft aus Jesu schenken, um das Böse zu überwinden.
Schließlich der kleine Finger in blau gefärbt: Er stand für das Lob Gottes im Himmel und seine Herrlichkeit."
Das Gebet endet mit „Amen", das auf der Handfläche stand. "Amen" heißt, so wussten schon ein paar Kinder zu berichten, "Ja, so soll es sein!" Diakonin Bärbel könne sich vorstellen, dass Gott auch sein Amen gibt, wenn wir es gegeben haben. Damit haben wir die Zusicherung, dass er uns niemals alleine lassen wird.
Vorsonntagschule für die 3- bis 6-Jährigen
Auch die Kleinsten (unter 6 Jahren) hatten mit Diakonin Lydia ihren Spaß und lernten das „Unser Vater“ sogar in Gebärdensprache – ein echtes Highlight! Und als besondere Überraschung gab es für jedes Kind noch eine kleine Weltkugel als Erinnerung: Egal wo wir sind, wir gehören zur großen Familie Gottes und irgendwo auf der Welt, wo auch immer wir sind, wird gerade gebetet.
Zum Abschluss des schönen Tages feierten alle Kinder gemeinsam das Heilige Abendmahl und spürten ganz deutlich: Gott sagt sein Amen zu uns – und lässt uns niemals allein! Er ist mitten unter uns.
Das letzte Wort aber hatte die junge Gemeinde, indem alle das schon als Hymne etablierte Kirchenlied „Hallelu" im wechselseitigen Singen mit Aufstehen, wenn die eine Hälfte gerade sang intonierten. Und: es wurde immer schneller.....Halleluja!
Nach einem gemeinsamen Imbiss, bei dem unter anderem auch die am Vortag im Rahmen eines Workshoptages von den Kindern selbst gebackenen Muffins und auch noch einige Köttbullar verkostet werden konnten, traten die Familien wieder fröhlich die Heimreise an.
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